Historismus auf dem Weinberg

Kapitel wird zur Zeit bearbeitet. Heinz Körner


Terrasse 4 und 2 (mitte) anschließend Eckhaus Amalienstraße - Humboldtstraße 22 - vor 1945

Historismus - Architektur im Weinberg Kassel - eine Festungsstadt des Barock


Nach der Niederlegung der Festungswerke 1765 konnten Plätze und Straßenzüge im klassizistischen
Stil geschaffen werden, Die Plätze hatten immer einen Blickpunkt (Königsplatz, Friedrichsplatz).
Das Residenzschloss, Stiftskirche zu St.Martin, die Brüderkirche, Rathaus zeigen die gotische
Periode der Stadt und der Renthof, der Marstall, das Zeughausaus der Zeit des 16.Jh. und die Oberneustadt mit
Karlskirche, das Orangerieschloss, Museum Fridericianum zeigen einen starke Ausdruckskraft der Stadt, welches
sicher auch dazu beitrug, das König Jéróme sie als Residenzstadt erwählte.
Die ältesten Gebäude auf dem Weinberg sind zweifellos die rund um den heutigen Brüder-Grimm-Platz. Die
Torwächterhäuser sind 1803 bis 1806 entstanden und finden heute besondere Beachtung, da im Obergeschoss
der nördlichen Torwache von 1914 bis 1922 die Brüder-Grrimm wohnten. Hier arbeiteten sie am zweiten Band
der „Kinder-und Hausmärchen". Foto, rechts unten.

Wilhelmshöher Platz 5, heute Platz des Landesmuseums, schlichtes Wohnhaus, 1799 erbaut. 1905 war der Bankier Karl Jordis Eigentümer. Seine Frau Ludovica Brentano traf sich hier mit ihren Geschwistern Bettina und Clemens und Achim von Armin.



Wilhelmshöher Allee 17,links, klassizistische Ausführung, (erbaut zwischen 1802/1804), 1817 gekauft von Emilie Örtlöpp, der späteren Gräfin Reichenbach. Steinbau mit 6 Achsen mit Streifenquaderung, Erdgeschoss mit breiten Ecklisenen, mit Kreisrosette in der Mittelachse, mit dorischen Pilastern in der 2 .und 5. Achse, Palmenfries an der Straßenfront.
Wiilhelmshöher Allee 62,rechts, klassizistisches Gartenhaus der Brüder
Murhard mit Garten im englischen Stil , in der obigen Form 1833
erweitert, zuvor einfache Bauweise, Fachwerk, verputzt.


Wilhelmshöher Allee 26, Das Haus zählte zu den schönsten klassizistischen Bürgerhäusern,
 von den Kasselanern „Schlösschen Monbijou“genannt.gebaut 1833.

Klassizismus und Renaissonce-Stil bei Gartenvillen

1777 wurde die Wilhelmshöher Allee begradigt und ein Anschluss an dieObere Königsstraße hergestellt. Die
Bebauung begann unmittelbar mit Gartenhäusern. 1803 bis 1806 wurde das Wilhelmshöher Tor mit Wachthäusern
gebaut. Eine ruhige und fast einsame Gegend zum Weinberg mit schönen Gartenanlagen, die jetzt im repräsentativen
Klassizismus erbaut wurden. Auf dem Gelände der Weinbergschanze entstand schon 1799 ein schlichtes
Wohnhaus, das Treffpunkt der deutschen Romantiker wurde und wo im Garten ausgelasene Sommerfeste stattfanden,
bevor man Schloß Schönfeld als Treffpunkt wählte.

Natur- und Kunstschönheiten in der Lindenallee (Wilhelmshöher Allee)

1814 sind wohl die kleinen Gartenhäuser in der Lindenallee (später Wilhelmshöher Allee) in die Jahre gekommen und
es bot den Spaziergängern mit wenigen Ausnahmen kein schöner Anblick. Das Waitzsche und Steinbachsche Anwesen /Nr.45) machten eine Ausnahme. 1828 war bereits eine starke bauliche Veränderung vor dem Wilhelmshöher Tor zu bemerken. Nicht nur der Garten des Kurfürsten ergötzt die Besucher, sondern auch die Lust- und Landhäuser und schönen Gärten und Palästen. Die neuen Häuser zeigen 1837 einen modernen, freundlichen Stil, überwiegend klassezistisch. Die schönsten Anwesen hatten hier die Gräfin Reichenbach in Nr. 17, 1832 von Komerzienrat Georg Pfeiffer übernommen und das meistimponierenste Gebäude das des Hofwagenfabrikanten Braun, daneben die Häuser von Siebrecht und Nahl. Herausragend auch die Gräfliche Hessensteinsche Villa und rechts davon das wieder hergestellte Murhardsche Landhaus.

Neugotik – 1850- 1900
Neorenaissance 1810- 1900
Neuromantik 1840 – 1900
Neubarock 1860 – 1920
Neurokoko 1840-1900 (hauptsächlich in der
Innenausstattung bemerkbar)

Von Fachwerkhäusern zu Villenbauten


Pfarrer Jägers Haus im Weinberg 1845, zweistöckiges Fachwerkhaus auf Backsteingewölbekeller mit
Obstdörre, Foto nach einem Umbau 1912. Nur die Obstdörre überlebte den Krieg.
1868: Reinhard Hochapfel baute 1865 ein sogenanntes Schweizerhaus als Sommerhaus an der
Berglehne, damals Weinbergweg 25, später Humboldtstraße , 1868 erweiterte er es als
Familiensitz.
Häuser an der Stichstraße Am Weinberg, früher Eidechsenweg,
rechts Justizrat Bunsen, anschließend der Henschelgarten.




Die Bebauung im Weinberg, unterschiedliche Baustile, je nach Geschmack der Bauherrn.
Schlösschen Sanssouci, 1908 von König Jéróme als Jagdschloss errichtet,1814 als Malsburgisches
Gut bezeichnet bis sich ein Berliner Gastwirt hier einrichtete und seine Schenke „Sans-souci“
nannte. Fachwerk verputzt, neun Achsen, zwei Geschosse, Mansarde.

Anwesen Sanssoucci 1814     und westlicher weinberg 1914

Barock und Klassizismus in der Oberen Neustadt


Die Frankfurter Straße vor dem Friedrichsplatz

Eine Einkaufsmeile und prägnanteste Straße der Oberneustadt, überwiegend Barock, wenige im
klasizistischen Stil erbaut. In Nr. 3 wohnte Prof. Nahl, Nr. 6, Gasthaus „Zum deutschen Haus“, Haus Nr. 18, Eckhaus
Karlsplatz in Rokoko gebaut,Nr. 30 Wohnhaus des Musikschriftstellers Otto Kraushaar. Nr. 41, Eckhaus zur Friedrichstraße, 1766 Pfarrgarten, 1822 Landesherrschaft, anschließend Staat, kassizistisch. Nr.1, Eckhaus Friedrichsplatz, Steinbau, 4 Achsen an der Frankfurter Straße, 5 Achsen und in der Verlänerung 3 Achsen am Friedrichsplatz, 3 Geschosse, Giebel an der Frankfurter Straße, 2 Giebel je über 3 Achsen am Friedrichsplatz, Barock.


Bellevue - Schöne Aussicht  Bellevueschloß von 1714, Rokoko mit
klassizistischen Räumen.
Die schönste Wohnstraße war bis zur Zerstörung die Schöne Aussicht, eine Wohnstraße der Oberschicht, zuerst
das Palais des Prinzen Georg (heute AOK Gebäude) und dann Wohnquartier für Offiziere, Minister und Gerichtsdirektoren, Professoren, Bildhauer und auch die Brüder-Grimm lebten eine zeitlang in Schöne Aussicht Nr. 6.



Das Elisabeth-Kloster wurde als gothischer Profanbau gelobt, die Kapelle im
neugotischen Stil 1888 errichtet. Das Hölksche Haus als Blickfang und
Beziehungspunkt zum Bellevueschloss, 1879 errichtet, eine Jugendstilvilla,
viergeschossiger Klinkerbau im Stil der ital. Renaissance mit Historismus Ornamentik.


Die Neue Galerie wurde 1887 fertig gestellt.


Weinbergstraße Nr. 10, 1859, Gartenhaus vom Blechschmiedemeister Justus Kölschky, Fachwerk, zweigeschossig mit reichlich geschwungem Mittelgiebel. Die Straßenfront mit Blechtafel verkleidet und mit reichen getriebenen Blechornamenten versehen..


Staketen mit Köpfen von Stadtoberhäuptern.

Viele Bürger mußten ein Teil ihres Grundstückes für die Verbreiterung der Weinbergstraße (damals noch Weg)
hergeben. Die Stadt erneuerte auch die Grundstückseinfriedungen. Kölschky war über die einfache Pallisadenwand
aus rohen gerisseneen Latten so erbost, dass er die Latten künstlerisch gestaltete und jeden Sonntag eine Latte
in seine Werkstatt nahm und einen Menschenkopf oder ein Tier, Hase oder Hirsch, schnitzte. Da war ganz deutlich
mittendrinnen ein dem Stadtoberhaupt ähnliches Angesicht zu erkennen oder die scharf zugeschnittenen Nasen einzelner Stadträte, der ewige Zylinderhut anderer, das breite Doppelkinn dieses, die eingefallenen Wangen jenes,
Handwerkszeichen eines anderen, für alle aber eine täuschende Erkenntlichkeit zu bemerken. Durch die einsetzende
Weinbergbebauung mussten breitere Wege und Straßen angelegt werden.


Der Historismus



Vielseitige Spielformen der Architektur auf dem Weinberg

-Neugotik -ab den 1840er Jahren, Architektur
 der Bürgerfreiheit (Rathäuser);
-Neorenaissance, Stil bei Theater, Opern und
 Museenbauten
-Neoromantik, um 1870, nationaler Baustil im
 protestantischen Deutschland,
-Neobarock, in staatlichen Bauten
-Neorokoko, selten im Bauwesen,
Zimmerausstattung in Schlössern und Bürgerhäusern.
Der Historismus beinhaltet, dass die Natur eine Sache in ihrer Geschichte liegt und würdigt die
Verschiedenartigkeit historischer Gegenstände (Epochen, Menschen, Werke). Eine
individualisierende Betrachtung wird als notwendig unterscheidendes Merkmal der
Geisteswissenschaft gegenüber den Sozialwissenschaften gesehen. Der Begriff
Historismus taucht in Deutschland zum ersten Mal 1797 bei Friedrich Schlegel auf:
“die Antike nicht durch die philosophische Brille zu betrachten, sondern ihre Eigenständigkeit zu
akzeptieren.” Die Strömungen des Historismus sind auch heute noch in der Architektur zu
erkennen. Eine zentrale Frage, die der Historismus aufgeworfen hatte, war die nach dem Fortschritt in
der Geschichte. Können Natur und Geschichte als Aufstieg und Entwicklung des Menschen


Terrasse 1, nicht zerstört, Rückseite mit ausladendem Balkon. Philosophenweg mit Weinbergbebauung.

verstanden werden? Diese Fragen beschäftigen die Denker des 19. Jahrhunderts.
Der Historismus ist der Oberbegriff für verschiedene Architekturrichtungen im 19.
Jahrhundert (1840- 1900). Höhepunkt der Bewegung war zweifellos nach dem Niedergang
Napoleons und der aufkommende Industrialisierung, die für die Fabriken neue
Verwaltungsbauten errichten und Unterkünfte der Arbeiter und dem aufstrebenden Bürgertums
Wohnraumbeschaffung in mehrgeschossigen Wohnhäusern in Blockrandbebauung planen
musste. Das Ende des Historismus beginnt mit dem aufkommen des Jugendstils um 1895, der
zwar noch Ornamente aber ohne historischen Bezug verwendet. Mit der Reformarchitektur ab
1910 verbreitet sich weniger aufwendige, ornamentlose Bauelemente, die zum Ende des
Historismus beitragen. Auch die Eigentümer oder Bewohner wollten sich in ihrer gesellschaftlichen
Stellung wiederspiegeln, so war die erste Etage “Bel-Etage” mit hohen Decken und Stuckverzierungen
für die wohlhabenden Bürger vorgesehen, die oberen Etagen für die unteren Schichten;
Bedienstete oder Handwerker. Die Hinterhöfe wurden bebaut und dienten dann als Wohnraum
für Arbeiterfamilien, die in engen, unhygienischen Verhältnissen wohnen mussten. Diese Situation
förderte die “Gartenstadtbewegung”, die von England um 1900 ausging und auch in Kassel
Anklang fand; “Gartenstadt Eichwald” und “Gartenstadt Auefeld” Im Historismus wird unterschieden in einem
romantischen Historismus vor 1870 mit langsamer Ablösung vom Klassizismus. Neogotik und
Neorenaissance werden mit stilfremden Elementen kombiniert.
weiter unten:




Terrasse 4, Nr. 2 in der Mitte, anschließend Eckhaus Amalienstraße und Beginn der Humboldtstraße. Ob Neogotik, Neorenaissance oder Eklektrizismus, fast alle Baustile waren am Weinberg präsent, heute nur noch vereinzelt zu bewundern. Links, Humboldtstraße/ Ecke Weinbergstraße.


Die „Sieben Raben“, Obere Sophienstraße.

Neu in Kassel Reihenhausvillen

Heinrich Schmittmann erbaute die „Sieben Raben“ in den 1870er
Jahren, Reihenhausvillen nach einem Eubellschen Projekt in sehr
guter Lage mit Blicik zum Herkules, jedoch fanden die Häuser
nicht die gewünschten Abnehmer. Heute sind noch zwei Häuser
erhalten. Schmittmann baute u.a. auch das HausTerrasse 15.

Historismus als Gestaltungsform für Architekten 

Die Zeiten können unterteilt werden in:
-dem strengem Historismus von 1870-1890, reine Elemente der Vergangenheit künstlerisch korrekt
zu kombinieren; -mit dem Späthistorismus nach 1890 wird die Orientierung an die Renaissance durch Neobarock
abgelöst. Freie Interpretation der Dekorelemente, die nicht mehr streng linear angeordnet werden:
ausbuchtende Erker, Risalite, Kuppeln und ausladende Balkone waren beliebt und
Blumendekors verweisen schon auf den Jugendstil.

Eine einflussreiche philosophische und geisteswissenschaftliche Strömung etabiert sich im
19. und 20. Jahrhundert. Sie hebt die Geschichtlichkeit des Menschen hervor, seine Verankerung in
einer Tradition und das Bewusstsein, durch die Vergangenheit geprägt zu sein, und betrachtet alle
Ideen und Institutionen wie Staat und Nation nicht als rationale Ergebnisse gesellschaftlicher
Prozesse, sondern als organische, geschichtlich hervorgebrachte Wesenhaftigkeiten. Geschichte soll
im Historismus nicht durch philosophische oder metaphysische Überbauten erklärt werden, statt
dessen soll ein Verständnis für die Individualität der einzelnen Epochen und Ereignisse entwickelt
werden. Der Historismus geht davon aus, dass die Natur einer Sache in ihrer Geschichte liegt. Keine
tragespolitischen Zielsetzungen für die Geisteswissenschaft, sondern zeichnen eines
objektiven Bildes, „wie ist es eigentlich gewesen“.
(Wiki/Historismus)
Terrasse 19

Eklektizismus ohne Stilrichtung


Wenn schon alles im Umbruch sich gestaltet, so wollte man doch auf bekanntes und bewährtes
zurückgreifen und bemühte verschiedene überlieferte Baustile. Anhänger des Eklektizismus
(sammeln) wollten sich keiner Stilrichtung unterwerfen und mischten alle Stile nach Belieben und
Geschmack, was in der Gründerzeit oft zu einem Eelemente führte. Als Historismus (Historia,
Kenntnis,Geschichte)bezeichnet man die Phase zwischen 1840 und 1900, nach der Biedereierzeit.
Gelegentlich werden auch mehrere Stile in einem Gebäude gemischt, diese wahllosen Kombinationen
nennt man Eklektizismus (auswählen). Der Historismus ist auch in der Gründerzeit (nach
1871) besonders vorzufinden, da das aufstrebende Bürgertum ihr Repräsentationsbedürfnis befriedigt sehen wollte
(Gründerzeitarchitektur, erkennbar in der Hohenzollernstraße, Vorderer Westen und Wehlheiden, Königstor). Am
Ende des ersten Weltkriegs kommt der Historismus zu einem schnellen Ende. Jetzt beginnt eine neue Sachlichkeit
in „funktionalistische“ und „konstruktivistische“ Baustile (Reformarchitektur). Banken und Bürgerhäuser werden im
Stile der Rainaissance , Kirchen im gotischen oder romanischen Stil gebaut, während der Barockstil bei Palastbauten
in im Theaterbau anzutreffen war.



Friedrichsgymnasium, 1883-1886 erbaut als Wilhelmsgymnasium- Elisabethkrankenhaus 1899


Villen mit modischenTürmen

Fotos: Villa 1869 bon Henschel, links und Villa von Zwenger Terrasse 1a, 1874.

Der Apotheker Sievers baute die erste Villa mit Turm auf dem heutigen Gelände des Sepulkralkulturmuseum imJahr 1851. Das Haus erwarb um 1900 Henschel .Während der ApothekerHistorismus - Architektur im Weinberg  Waitz Ende der 1860er Jahre die Obere Sophienstraße anlegte und die oben links zu sehende Villamit Tur baute, begann 1869 auch Henschel mit seiner Villa und zog dort 1870 ein. Eine weitere Villa im neu-gothischen Stil mit Turm wurde Anfang 1870er Jahre in der Terrasse 3 im spät-klassizistischen Stil mit italienischen Einschlag errichtet. Ein großes Fenster, das sich über die Höhe von zwei Etagen erstreckte, war im Jugendstil gestaltet, die Innenräme mit antiken Möbeln und Antiquitäten.


Die Villen der Gründerzeit







Alle moderen Baustile im Historismus sind auf dem Weinberg verwirklicht worden. Die Terrasse war die bevorzugte
Wohnstraße für den Adel und das vorwärtsdrängende Bürger- und Beamtentum, die ähnlich stilvoll leben und bauen wollen wie die noch herrschende Klasse des Adels. Palastartige Villen werden in der Gründerzeit nach 1870 gebaut und bestimmen das Bild auf dem Weinberg.
Oben:

Terrasse 15 (links und rechts heute) und Weinbergbebauung oberhalb Philosophenweg 1876 begonnen.


Jugendstil und Eklektiszismus in

der  Gründerphase der Südstadt

Die Jugendstilarchitektur kam um 1895 auf und wird bis zum Ersten Weltkrieg vielfach angewandt. Er bekam seinenNamen durch die Münchener Kulturzeitschrift  „Jugend“. Äußerliche Kennzeichenund Elemente des Jugendstils sind dekorativ geschwungene Linien sowie flächenhafte florale Ornamente und die Aufgabe von Symmetrien. Die Stilrichtung lehnte die Nachahmung historischer überlieferter Formvorbilder ab und forderte einen eigenen „modernen Stil“, dem „Stil unserer eigenen Zeit“. Mitarbeiter bei „Jugend“ und „Pan“ war der Maler und Gestalter Otto Eckmann. Er befasste sich intensiv mit der japanischen Kunst. Ihn interessierte besonders die flächige Darstellung von Naturmotiven. Sein Lieblingstier, der Schwan, wurde zu einem Leitmotiv des Jugendstils.



Viele Häuser im "Beamtenviertel" zeigen mehr oder weniger starke Einflüsse des herrschenden Baustils ihrer Entstehungszeit , des Jugendstils, auf. Es gibt aber welche und die sind in der Mehrzahl anzutreffen, die sich mit historisierendem Dekor des Vorstils, des Historismus, aber auch des Eklektizismus schmücken.
Das Riecksche Haus, Heckerstraße 32, ist das beste Beispiel für Neogotik. Einige von den
Jugendstilhäusern wie z. B. Frankfurter Straße 62 sind Zweckbauten, hier Mietshaus, die lediglich das
Schablonendekor des Jugendstils verwenden: flächenhafte, florale Verzierungen in Brüstungsbereichen
der Fenster Die anderen Häuser wie z.B. Johannesstraße 5 und 7 sind viel anspruchsvoller
in der Fassadengestaltung. Hier treffen wir die asymmetrische Fassadenstruktur, graziler
verwendete Dekorelemente wie Löwenkopf, Eulengestalt, Fratzen (Frauen-, Männermasken),
Linearschmuck der Traufpartie und konkav geformte Traufe im Haus Johannesstraße 5. Hier ist
auch das Dach weitgehend im Originalzustand erhalten, was leider im Haus Johannesstraße 7
nicht der Fall ist, wo auch die markanten Giebel und der Dachturm verloren gegangen sind. Zwei
der reifsten Häuser in der Gestaltung des Jugendstils sind Häuser Julien-straße 7 und 4, besonders
das Haus Nr. 4 mit einer organisch geformten Traufattika, eleganten Balkongeländern und einer
stilechten Schräge der nord-westlichen Hausecke. Dieses Haus ist durch sein Äußeres „aus einem
Guß“ in bester Manier des Jugendstils ausgeführt. (von Jacek Derlatka)

Die Heckerstraße 32, gebaut 1887 im neugotischen Stil der hannoverischen Schule.. Es war das erste Haus in der Unteren Albrechtstraße. Oben: Unteres Albrechtstraße, heute Heckerstraße, nach Haus Nr. 32, links. Architekt Rieck.


Mietwohnanlagen im Jugendstil



Oben links: Humboldtstraße, rechts, Weinbergstraße gegenüber Muhardsche-Bibliothek,1900;



1880 Weinbergstraße 35 und 37,

Neorenaissancestil


Häuserreihe in der Marienstraße, 1882 gebaut, sowohl im Kniestock des italienisch geprägten Renaissancegebäudes
als auch in der Nische zwischen den Fenstern befanden sich für die damalige Zeit der typische Sgafitieinsatz.
Die Marienstraße 10 wurde als Backsteinhaus 1882 im Neorenaissancestilerbaut. 1880 Grimmstraße. Die Grimmstraße, zerstört 1945, bebaut ab 1860 an der  Weinbergstraße, 1890 neben dem Wilhelmsgymnasium (Foto).



Villa Terrasse, Ecke Amalienstraße, Neugothischer Stil.



Zimmerstiftung Humboldtstraße 32 vor der Weinbergstraße.

Wohnungsbauten auf dem Weinberg

1880 war die Humboldtstraße mit Wohnhäusern bebaut, bevorzugter Baustil war der Eklektizimus,
Neorenaissane-und Neogothik wurden in diesem Baustil vereint. ebeno in den Mietshäusern in der Weinbergstraße,
wo große Mietshäuser nach den Villenbauten von Henschel 1872 gebaut wurden (Seite 16), zuerst das Haus nr.19,





Blickfang auf das Landesmuseum wurde 1913 vollendet.              Murhardsche Bibliothek 1905

Von der Henschelvilla - Muhardsche Bibliothek zum Landesmuseum



Prunkvolle Bauten vor dem ersten Weltkrieg kröntendie Wilhelminische Epoche in Kassel.
Das Haus Henschel wurde 1903 gebaut. Villa Henschel 1869. Kapitel in Bearbeitung seit 9.März 2010

Weitere Informationen unter

Tel: 0561 49 30 01

info@hek-kassel.de

Heinz Körner

Am Kranichholz 3

34134 Kassel