Karl Henschel - Gründer des Konzerns –

Wohnsitz Weinbergstraße 15 bis 27



Er war einer der fähigsten Industriellen, der Kassel national und international bekannt machte. Ein Wirtschaftsführer mit Weitblick und war in seiner Heimatstadt  Kassel hoch angesehen. Er engagierte sich kommunal politisch und galt als Wohltäter für viele soziale Einrichtungen. Karl Henschel war der eigentliche Motor der Firma, die schon seit 1810 bestand, aber erst unter ihm zu einem weltweit bekannten Konzern ausgebaut wurde. Nach dem Tod seines Vaters 1894  wurde das Erbe von der Witwe Sophie verwaltet bis Karl Henschel nach seinem Studium 1900 Teilhaber des Unternehmens wurde. Sophie Henschel war eine starke Frau und die weibliche Unternehmerpersönlichkeit in Deutschland (1841 bis 1915). Sie war Chefin von 2000 Menschen und agierte zum Wohle der Menschen im Hintergrund. Als ihr Mann Carl Anton Henschel mit 57 Jahren starb und sie als Alleinerbin und Firmenleiterin einsetzte übernahm sie die Verantwortung für das größte Eisenbahnimperium des Kaiserreichs. Sie wurde nicht nur zu einer erfolgreichen Unternehmerin, sondern hatte auch ein Herz für die Armen und setzte einen großen Teil ihres Vermögens für soziale Einrichtungen ein, die bis heute Bestand haben. Auch der Bau des 1908 eröffneten  Roten-Kreuz-Krankenhaus in Kassel wurde mit ihren Spenden finanziert. Für ihre eigene Belegschaft gründete sie 1898 einen Fonds für rekonvaleszenze Henschelarbeiter, denen keine Unterstützung der Krankenkasse mehr zustand. Sie rief eine Pensions-, Witwen- und Waisenkasse ins Leben, richtete ein Wohlfahrtshaus mit einem Kindergarten für Arbeiterkinder sowie Bade- und Waschräume ein. Sie gründete eine Fortbildungsschule für Lehrlinge und eine Haushaltschule für die Ausbildung von Töchtern und jungen Arbeiter-Ehefrauen. 1912 übergab sie die Leitung des Konzerns in die Hände ihres Sohnes Carl Anton Theodor. Als Alleininhaber baute er den Konzern weiterhin zielstrebig aus und konnte alle Produktionsstufen vom Rohmaterial bis zum Fertigprodukt  in einem Konzern zusammenfassen. Im Jahre 1900 gab es 2.200 Beschäftigte und 1922 waren es über 11 000. Im Lokomotivbau war die Firma Weltspitze und baute die erste, genannt "Drache", 1848. Am 3. Oktober 1922 zum 50. Geburtstag des Chefs verließ die 20.000te. Henschel-Lok mit Giranden und Blumen geschmückt das Fabrikgelände und rollte über den Holländischen Platz zum Unterneustädter Bahnhof. Karl Henschel starb am 11. Dezember 1924. Er war nicht nur der erfolgreichste Kasseler Industrielle, sondern auch ein Unternehmer, der zahlreiche Bildungs- und Wohlfahrtseinrichtungen mit Stiftungen förderte. Henschel war Mitglied des Stadtparlaments und der Handelskammer. Während des II. Weltkrieges wurden die Henschel-Werke, die jetzt auch Panzer- und Flugzeugmotoren herstellten, Ziel alliierter Luftangriffe.1957 gibt der letzte Henbschel als Chef die Leitung ab. Die Firma geht in die Insolvenz. In den 60er Jahren wurde die Firma aufgeteilt, der Hauptsitz befindet sich nicht mehr in Kassel. 




Villa 1869 gebaut (vorher Schwanscher Felsenkeller) Villa "Haus Henschel" 1903 gebaut mit Brunnen und Terrassenanlage von 1887 (vormals Felsenkeller von Heine (1887)  und Eissengarthen (1825-1901).

Chronik über den Ankauf der Grundstücke


1. Um 1924 gelangen die Grundstücke Weinbergstraße 15 und 17 in den Besitz von Henschel. So auch die anderen Grundstück im Henschelschen Garten auf dem Weinberg (frühere Felsenkellerlokale). Das gesamte Gelände wurde nach dem Krieg in eine Parkanlage umgewandelt, wobei die schmiedeeisernen Einfriedungen zum Teil noch erhalten waren und heute im Museum lagern. Heute zu sehen noch bei der Einfriedung Sepulkralkulturmuseum.

2. 1959 wurde das Gelände von der Stadt angekauft und von Henschel dem OB übergeben.

3. Bau zweier Villen für Henschel

3.1. Erste Villa 1971 bezogen , Nr. 23

3.2. Haus Henschel 1904, dafür Verlegung der Weinbergstraße nach Norden, Neuanlage des Fürstengartens mit zwei Rondells, 1903 Anlage der Substruktionsbögen zum Bau “Haus Henschel”.


Erste Villa:

1869:

Henschel ließ das vorhandene Garten-Wohnhaus von Schwan abbrechen, um von Richard Lucae die im Frühjahr 1971 bezogene Villa Weinbergstraße 23 errichten.

1887: Ankauf des zweiten Grundstücks

Ein weiteres Grundstück an der Hangkante unterhalb der Villa wurde von Peilert als Biergarten genutzt und wurde jetzt von H. angekauft, um seinen Brunnen vor der Villa und den Henschel-Terrassengarten mit Gewächshaus und Garten zu bauen. Die Terrassenbauten wurden durch den Kasseler Architekt Julius Eubell 1887 mit großartigen Treppenanlagen und Pergola ausgeführt und in seiner Grundstruktur erhalten, z. Zt. Saniert. Im ehemaligen Henschelschen Villengarten sind Treppen, Stützmauern, Aussichtspunkte, Rampen und die Ruine des Gewächshauses erhalten. Auf dem Gelände der ersten Villa haben sich Reste von der Terrasse des Hauses, in den Garten hinabführende Treppe und das Fragment eines unmittelbar davor platzierten Brunnens erhalten.


1898: Ankauf des dritten Grundstücks

Erwarben Henschels auch das Eissengarthensche Grundstück, Weinbergstraße 21, somit waren jetzt alle Biergärten auf dem Weinberg, die es hier seit 1825 gab in der Hand der Industrieellenfamilie.


1903:

Bau der Weinbergstützmauern (Substruktionsbögen)

1904:

Bau Haus Henschel. Gleichzeitig Weinbergstraße 25-27, Bau eines Bediensteten(Kutscher)hausen und Remise. 1907 fertig gestellt. Heute Museum für Sepulkralkultur seit 1992. Vorher Mietwohnungen oder Ruine.


Weinbergstraße 15 und 17

Lange Zeit im Besitz der Familie Harnier Nr.17 an der Hangkante ist bis heute nicht mit einer Stützmauer versehen. Dagegen erhielt die Nachbarzelle Nr. 15 gegen Ende des 19. Jh eine Substruktion in Form einer vierbogigen Arkade, die in halber Höhe des Hangs auf der Felsgestein aufsitzt. 1999 saniert.


Somit gab es nur zwei Villen Nr.23, die erste und Nr.21, die zweite, das Haus Henschel und das Wohnhaus Nr. 15 wohnte ORH. Fotos. Luftaufnahmen


Foto um 1936: Links Villa von 1869-71,. rechts Weinbergstraße 15-17.

Nr. 17 ohne Stützmauern, Substruktion Nr. 15 mit Form einer vierbogigen Arkade.

Kasseler  Adreßbuch 1930