Das neue Buch 2015: "Streifzüge durch Weinberg, Auehang und Südstadt mit Kriegstagebüchern aus dem Ersten Weltkrieg"

420 Seiten, farbig, Festumschlag, im Buchhandel udn beim Autor sofort erhältlich, Festpreis 38,80 €


Stadtentwicklung, Weinberg, Südstadt. Was blieb erhalten? Was ist neu? Eine moderne Stadt des 21.Jh..?

Amalienstraße 1                                                                            Terrasse 1

Rest des Elisabethklosters neben dem Hölkschen Haus


Die Südstadt im Winter                                                              Die Garnison rückt aus zum Frankreichfeldzug

Rückblick auf Jubiläumsprojekt „Garnison Kassel“.


Vom 18. April bis 24. April 2013 im Bürgersaal des Rathauses.

Zur Eröffnung der Veranstaltung sprach Heinz Körner nach der Begrüßung der Gäste und Referenten darüber, dass zur 1 100 –jährigen Geschichte der Stadt, Soldaten zum Wohl der Stadt und seiner Weiterentwicklung einen wichtigen Beitrag zu leisten hatten. Sowohl Frau Stadträtin Brigitte Bergholter, die in ihrer Begrüßungsansprache den Nerv der anwesenden Soldaten und Teilnehmer traf, als auch Brigadegeneral Klink, machten darauf aufmerksam, dass die Stadtbevölkerung und die Soldaten immer ein gutes Verhältnis pflegten. Brigadegeneral Eckhart Klink gab einen Überblick über die Geschichte der Garnison. Das gute Verhältnis zur Stadtgesellschaft betonte auch der Präsident der belgischen Militärs in Deutschland, Daniel Loos, der sich außerdem sehr bewegt zeigte und dafür dankte, dass die Belgier noch nicht vergessen sind.

Das Heeresmusikkorps 2, Brass´6tee, spielte unter der Leitung von Peter Cloos, die belgische und deutsche Nationalhymne, was der Veranstaltung einen angemessenen und würdigen Rahmen verleih.

An den weiteren Tagen stand die Geschichte der Garnison vom 1631 bis 1994 im Mittelpunkt,

wo die einzelnen Zeitabschnitte (der Siebenjährige Krieg, Befreiungskriege, Kurhessische und preußische Zeit) durch Filme und Vorträge verdeutlicht wurden. Durch den „hr“ - Film „Bomben über Kassel“ wurde auch deutlich, dass Kassel eine NS-Hochburg war und die hohen Führungsstäbe des Militärs und die Rüstungsindustrie Grund für zahlreiche Bombenangriffe auf Kassel waren. Nach dem Krieg begründeten der Bundesgrenzschutz und ie Belgier wieder die Garnison Kassel. Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts war die Spurensuche zu den ehemaligen Kasernengebieten unter dem Motte „Geschichte wird lebendig“. Abschluss der Rundgänge war der Besuch des Ehrenmals mit der Ehrenhalle und den Ehrentafeln. Die Ehemaligenkameradschaften zeigten ihre Kasernen und Aufgabengebiete an den jeweiligen Ständen und der Standortälteste Hauptmann Büchsenschütz stellte die „Garnison heute“ vor, die nur noch 520 Soldaten vorzuweisen hat.

Über die „Bundeswehr heute“ referierten Oberst Hans Werner Patzki, „die Bundeswehr nach der Reform“ und Oberstleutnant a.D. Günter Nötzel sprach über das Einsatzführungskommando in Potsdam“, Hauptmann a.R. Berthold Theus schloss die Veranstaltung mit seinem Beitrag über die Wehrtechnik in Kassel.

Fazit: Ein vielseitiges Projekt fand viel Anerkennung, was auch besonders an den Projektleiter festgemacht wurde.


Aus dem Gästebuch

Kurt Häußner: ...wir alle zusammen eine tolle Ausstellung und Präsentation zum Thema
"Garnisonstadt Kassel" auf die Beine gestellt. Ich danke Ihnen
herzlich für die zur Verfügungsstellung der Plakate. Schade nur, dass Presse und Stadt nicht so mitgespielt haben, wie wir uns das vorgestellt haben. Es hat sich mal wieder erwiesen, dass die Stadt keinen Draht zu ihren Soldaten hat, ausgenommen ist das Heeresmusikkorps 2, aus ersichtlichen Gründen. Vielleicht sieht man sich mal wieder, aber nicht bei einer Aktion für die Stadt. Ich grüße Sie, Ihr Kurt Häußner

Lieber Herr Körner,
Ein Rückblick: Ich glaube, dass die Ausstellung gelungen war, die Eröffnung war gut besucht, leider war aus meiner Sicht an den anderen Tagen der Zuspruch nicht so wie erwartet. Es ist immer der Fluch der Klage - insbesondere der Ehemaligen und der Reservisten - dass nichts Militärisches geboten wird, die Bundeswehr und Ihre Soldaten nicht den erwünschten Zuspruch bekommen und wenn, dann bleiben wir eben zuhause, was wird es denn wirklich Neues geben????  Vor einigen Tagen wurde ich sogar von mehreren Männern angesprochen, wann denn die Ausstellung sei, geheucheltes Interesse mir gegenüber  oder auch nur begrenzte eigene Initiative, wurde nicht persönlich geladen und erinnert? Auf jeden Fall noch einmal mein Dank an Sie, dass Sie den Ball ergriffen haben, nachdem andere die Flinte ins Korn warfen.....
Mit freundlichen Grüßen über das Hohe Gras nach Kassel
Ihr
HW Patzki


Die Kreisgruppe Kurhessen im Reservistenverband dankt für diese aufwändig vorbereitete Ausstellung und für die Gelegenheit zur Präsentation. Alexander Wendt.


Was Sie, Herr Körner, in kurzer Zeit mit Unterstützung vieler Helfer auf die Beine gestellt haben, ist bewundernswert. Herrn Körner gebührt ein besonderen Dank!

Jürgen Damm, Oberst a.D..

Swetlana Paschenko, Vorsitzende der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V.:

Herzlichen Dank für diese großartige Veranstaltung: Es darf nie wieder einen Krieg von deutschen Boden ausgehen. Und wir sind sehr glücklich, dass wir in unsere neue „alte“ Heimat zurückgekommen sind und möchten alle zusammen mit den Einheimischen stark für Hessen und unser Vaterland sein. Bleiben Sie alle gesund, munter und zufrieden. Mit Dankbarkeit Swetlana Paschenko. 18.4.2013.


Herzlichen Dank für die engagierte Aufarbeitung der Geschichte und die gute und aktuelle Darstellung des Standortes Kassel, Standortältester Hauptmann Büchsenschütz.


Eine sehr gelungene Einführung in ein spannendes und wichtiges Themenfeld der Stadt Kassel (Gerlach), Dr. Wolfgang A.


Eine für Kassel (im Jubiläumsjahr) wichtige Veranstaltung !!!Gratulation

dem Initiator und den Organisatoren. Fregattenkpt .d. R..


Ein wichtiger Beitrag im Rahmen der 1 100 Jubiläumsfeier der Stadt Kassel konnte umgesetzt werden. „Die Geschichte der Garnison Kassel“. Einsatz, Engagement und Aufwand haben sich gelohnt. Wir, die Kameradschaften der 2. Panzergrenadierdivision waren mit dabei und sagen Dank an alle Besuchern (Unterschriften der Kameraden).


Tradition war, ist und wird immer sein!

Aus dieser Perspektive sehen die „Blauen aus Zwehren“ die hervorragend organisierte Ausstellung „Kassel als Garnison“. Sie zeigt ein wichtiges Themenfeld auf, verbindet Vergangenheit und Gegenwart. Unser Dank gilt dem Projektleiter Heinz Körner und seinen fleißigen Helfern. Gut vorbereitet und motiviert haben alle Beteiligten zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen. Helmut Frömberg, Carsten Marth, Karl Heinz Kopp.

Lob und Anerkennung für diese gelungene Ausstellung, welche die Kasseler Garnison und die Geschichte der Bundeswehr hervorragend gewürdigt hat. Valentino Lipardi, Leutnant d.R..


Ein guter Geist soll wenig Wort -

aber viel gut Taten machen. (Martin Luther)

Rückblick Projekt

Kassel als Garnison

Beitrag zur 1 100 Jahre - Feier Kassels - in Bearbeitung

                                               

1 100 jähriges Stadtjubiläum   - Kassel als Garnison

Ausstellung und Informationsveranstaltungen
vom 18. April bis 24 April 2013 im Bürgersaal

Informationen im Bürgersaal Kasseler Rathaus

täglich von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Vorträge, Filme und Spaziergänge zu den historischen Orten.
Thementage im Bürgersaal  
Do. 18. 04.   Eröffnung des Projekts "Kassel als Garnison", 
                                     16.00 Uhr Oberbürgermeister Bertram Hilgen.   Einführung und Eröffnung Ausstellung Garnison                                        Kassel.                    
                                         * 2. Panzergrenadierdivision (aktiv von 1. Juli 1956-31.März 1994)
         Grußworte beteiligter Ausstellerund Vors.der Kameradschaften 
                        * Kurt Häußner. Kameradschaft der ehemaligen Fla 2.
                        * Vors. Kasseler Jäger, Kameradschaft der 42er, Herrn Range  
                        * Kameradschaft PzGrenDiv  e.V., Vorsitzender  Oberst d. R. Gerd Reinecker
1700: Film „Bomben über Kassel“  - hr


Fr. 19. 04. Der Bundesgrenzschutz und die belgischen Soldaten beleben die Garnison                               nach dem II. Weltkrieg 
10.00 bis 18.00 Uhr Infowände  "Kassel als Garnison"
          Wiederbelebung der Garnison 1951/52 durch den BGS  und belgische 
           Einheiten, Film über die Belgier in Kassel, Soldaten erzählen aus ihrem Leben  in Kassel 1952- 1970er Jahre.
           Film BGS in Kassel oder Lichtbildvortrag (40 min)
           (werden mehrmals während der Ausstellung gezeigt)
           Film "Die Belgier kommen". 40 min
 16.00 Uhr  Der Siebenjährige Krieg   
                   Oberst a. D: Jürgen Damm    
1756 -1763;  der dritte schlesische Krieg. 
                   Koalitionen in diesem Krieg.
                   Der krieg auf dem westlichen Kriegsschauplatz.
                   Kasseler Truppen in der Combinierten-alliierten Armee und Herzog Ferdinand von 
                   Braunschweig. 
                  Kassel wechselt mehrfach den Besitzer. Kassel wird mehrfach belagert.
                  Leiden der Zivilbevölkerung in diesem Krieg

Befreiungskriege - Kassel wird von Russen eingenommen
                                   Einführung, Vortrag und Bildmaterial, 
                                  Vom Siebenjährigen Krieg bis zum Königreich Westfalen.

Darstellung des Zeitgeschehens am Bespiel Oberst Bedringa
                                    
Sa. 20.4.   11.00: „Die Russen kommen…“  Oberst des Kaiserlich russischen Dienstes Igor Iwanowitsch Bedringa, Isuimsches Husarenregiment, als Beispiel für die Waffenbrüderschaft zwischen Russland und Preußen nach der Konvention von Tauroggen, wurde bei der Einnahme Kassels gegen die westfälische Armee  König Jeromes  im September 1813 verwundet, ist gestorben und in Melsungen beerdigt.
Fortsetzung am 28. September. 200 Todestag des russischen Kosakenobersten Bedriaga. Dieser war abeim Angriff seiner Kosaken auf die Residenzstadt des Königreiches Westfalen, Kassel, verwundet worden und starb kurz daraf und wurde am 28. September 1813 in Melsungen beerdigt. Erinnerungstafel an der Rosenapotheke, Am Markt 4, Melsungen. Am 28. September soll eine  Veranstaltung zum Beerdigungstag des Obersten Bedriaga stattfinden.
Siegfried Pietrzak, Vors. Geschichtsverein Melsung en, Volker Wiegand.
1813 Garnison wird neu geordnet.
Besichtigung  der  Ausstellung: Gardekasernen : "Geschichte wird lebendig"
1600-1830 Rundgang Christian Klobuczynski: Zisselbrunnen – Marstall – Stern (Hohetor-Kaserne: Garde-Infanterie; Garde-Grenadiere, Garde-Jäger) – Hauptpost (Kriegsschule - Depots) – Schützenplatz (Schützen-Kaserne) – Schäfergasse (ehem. Kasernenstraße –Rückseite Hohetor-Kaserne, Lazarett) – Max-Eyth-Schule (Kloster-Kaserne) – Zeughaus – Bremer Straße (Artillerie-Kaserne) – Mühlgraben (Festung) 
Teilnahmegebühr: 5,- €  Kinder unter 16 Jahre frei
So. 21.4.   Armeeführung : „Kommandanturen und Repräsentation“
                        
11.00 - 13.00 Uhr:  Graf Haeseler - Ein Vorbild für die Truppe -
                                Wie erlebten die Führungskräfte das Ende der                                                   Garnison? 
                                  Grußwort - Kurzreferat: Generalmajor Estorf und
                                                        Generalmajor Frickinger (91 Jahre)                                  .                                 -  Vors. der Kameradschaften
anschl. Spurensuche:  Ehrenmal, Auehang - Erklärung und Hinweise zu den Ehrentafel der Regimenter und Divisionen.  
                                             
1400-1630: Rundgang Christian Klobuczynski: Bürgersaal – Königsstraße – Friedrichsplatz (Paradeplatz, Residenz) – Ottoneum (Kriegsschule) – Gustav-Mahler-Treppe (Auetor) – Bellevue 9 (Kommandantur 11 AK) – Ehrenmal (Tafeln)
Teilnahmegebühr: 5,- €  Kinder unter 16 Jahre frei
Mo. 22.4.      Bundeswehr: „Kameradschaften und Dienststellen“  
Programm Montag udn Diesntag wird am 11. Januar festgelegt.
14.00-16.00 Uhr im Bürgersaal: 
                        * Generalmajor Wolfgang Estorf, 2. Panzergrenadierdivision                              (aktiv von 1. Juli 1956-31.März 1994)                        *   Vorsitzende der Kameradschaften:
                      Grußworte:   * Generalmajor Horst Frickinger, 200 Jahre                                 Garnison 1813-2013,
                 * Kurt Häußner. Kameradschaft der ehemaligen Fla 2.
                 * Vors. Kasseler Jäger, Kameradschaft der 42er, Herrn Range  
                * Kameradschaft PzGrenDiv  e.V., Vorsitzender 
                               Oberst d. R. Gerd Reinecker
 
Vorstellung am Standort verbliebener Kameradschaften,
Eröffnung: Kameradschaft PzGrenDiv  e.V., Vorsitzender  Oberst d. R. Gerd Reinecker
                        -  Oberst Patzki, FlaRgt 2, (Regimentskommandeure)
                        -  Oberstleutnant  Rabenau, Landeskommando
                       - Kasseler  Standortältester Hauptmann Heinrich                                                Büchsenschütz, Lüttichkaserne;
                          Einrichtungen der Bundesehr Fachschule, zivile Aus-und                               Weiterbildung,
                          bis zu 400 Soldaten erlangen Schul- sowie Berufsab-                                       schlüsse oder werden in ihrem Dienst
                          weiter qualifiziert, z.B. als Fluggerätemechaniker.
                        -  Heeresmusikkorps 2 mit ca. 70 Musikern, Lüttichkaserne;
                        - Karrierecenter, beschäftigt 53 Mitarbeiter, Leiter  Herrn                                    Werner Arndt, Regierungsdirektor, seit 1998 an der Spitze                             des Kreiswehrersatzamtes
                          (heute Karriercenter an der Ludwig- Mond-Straße 41,                                        Ehemals Jägerkaserne) Schwerpunkt                                                                  Nachwuchsgewinnung.
                        - Vors. Kasseler Jäger, Kameradschaft der 42er, Herrn                                        Range             
                        - Fla-Kameraden Kurt Heussner, StFw -
                        - Kasernenstandort Hern Witzel   - 
                   
Di. 23.4.  Fortsetzung vom 23.4.
Bürgersaal, 16.00 bis 18.00 Uhr 
                     
Mi. 24. 04. Militär der Zukunft  --Berthold Theuss
14.00 Uhr     Wehrtechnik- Blick in die Zukunft -
Abschluss -gemütliches Beisammensein
25.4. bis 10.00 Uhr Abbau
Änderungen sind möglich. 
Heinz Körner am 20.12...2012 


200 Jahre Garnison 1813 bis 2013 /Auszug

Chronik

Chronik Garnison Kassel

* Anfänge - Aufbau der Garnison

* Soldatenhandel

* - Der Dreißigjährige Krieg -  Siebenjähriger Krieg -Befreiungskriege

* Die kurfürstliche Zeit

*,die preußische Zeit

Die Geschichte der Kasseler Garnison beginnt mit dem Ende des 30-jährigen Krieges, da die Erfahrungen dieses Krieges ständige militärische Einrichtungen dringend notwendig erschienen. Seitdem kämpften die hessischen - kasselsche Truppen auf allen Kriegsschauplätzen.  1776 wurden Truppen nach Amerika eingeschifft. 1783 kehrte ein großer Teil der 17.000 Mann starken Truppen nach Kassel zurück. Mit der Grande  Armee Napoleons zogen 1812 25.000 Hessen nach Russland. Nur 400 kamen 1813 zurück. 1815 stellte Kurhessen 12000 Streiter gegen Frankreich. 1821 wurde durch Kurfürst Wilhelm eine Heeresreform eingeführt und die Kasernen modernisiert.

1581 - 1605: Bau des Zeughauses für die Artillerie

1618: Beginn des Dreißigjährigen Krieges

1631 : erstes stehende Heer 

1648: Westfälischer Friede, Ende des Krieges in Deutschland


1683:das Regiment Leibgarde in Garnison gelegt. . Kein Soldat darf im  Bürgerquartier leben. Die Bevölkerung zahlt für die Entlastung 12 00  Taler. 

1711 werden in der Residenzstatt Baracken für die Unterbringung der Soldaten gebaut, Bürger zahlen 1 200 Taler für               Unterbringungskosten.

1753: Festungsartilleristen werden in den Baracken am Neuen Tor  untergebracht

1756: Beginn des Siebenjährigen Krieges


1763: Ende des Krieges, Erweiterung Preußens, Aufstieg zur europäischen Großmacht

1763: Das Ahnaberger Kloster wird Kaserne für die Artillerie und Garde du Corps. 

1763 : Landgräfliche Leibwache, Garde du Corps, anschl. Artillerie,  weitere Gebäude an der Weserstraße: Herstellung 

            von Salpeter, Stallungen und die landgräfliche Gießerei, in denen Kanonen gegossen wurden. 

Einsatzgebiete 1831 - 1870

Der Soldatenhandel bringt Vermögen für den Landgraf.

1670: Subsidienverträge werden zwischen Reichsfürsten und Herzögen ausgehandelt.  Landgrafen von Hessen warten in diesem Geschäft führend   zur Durchsetzung ihrer Großmachtsansprüche. 40 solcher Verträge wurden abgeschlossen. So waren hessische Truppen in Venedig, Frankreich und Großbritannien tätig, u.a.1776  in Nordamerika.

Kasernenbau -Kriegsschule


1783 wird der Kasernenbau vorangetrieben und es entsteht ein Kadettenhaus  und die Kriegsschule. 1803 baut die                 Stadt für die Soldatenkinder eine Garnisonsschule.

Königreiche Westfalen


1806: Franzosen übernehmen die unverteidigte Stadt und entwaffnen die Garnison. Franzosen rücken am 1.11.  die                  unverteidigte Stadt ein.

1807: Kassel wird Hauptstadt des neu geschaffenen Königreichs Westfalen. Tilsiter Frieden:

           Wilhelmsthal in Katharinenthal nach der Gemalin Jeromes umbenannt.

1807: örtliche Erhebung gegen die französische  Fremdherrschaft enden mit  der Erschießung der Haupträdelsführer.               Denkmal Hessenlöwe, Seienweg Treppenaufgang zum Staatstheater

Befreiungskriege 

Die Länder Mitteleuropas 1813

Über 300 Kleinstaaten, aber Österreich, Bayern und Preußen dominieren. Mitte Deutschlands zerstückelt.

1810: Stadtkaserne durch Jerome gebaut.

1811: Das alte Landgrafenschloss brennt ab.

1813: Besetzung Kassels durch den Kosakenkorps Tschernitscheff am 30.9.. Befreiungskriege erreichen Kassel,                       Befreiung durch russische Truppen. 29.10. erneute Besetzung durch russische Truppen. Das Königreich                          Westfalen hört auf zu bestehen.  Am 21.11. übernimmt der aus dem Prager Exil kommende Kurfürst wieder die                Regierung des Landes.

Husarenregiment Landgraf Friedrich II von Hessen Homburg Nr. 14 hat eine lange Tradition in Kassel;

Postkarte zur 150- jährigen Gründungstag

Die Heerstraße 1814 - Parade für die siegreichen Truppen

Die Frankfurter Straße war immer auch die alte Heerstraße, wo Truppen aus-oder einmarschierten. So geschah es auch am 4..Juli 1814 nach dem Sieg gegen Napoleon (Völkerschlacht bei Leipzig), dass die siegreichen Soldaten über die Frankfurter Landstraße in die Stadt einrückten und  am Schaumburgischen Garten (heute Ecke "An der Karlsaue")  von einer begeisterten Menschenmenge in Empfang genommen wurden. Die Kasseler Bürgerschützen  zu Fuß bildeten an der Straße vor dem Tor Spalier. Um Mittag, so wird berichtet, ritt der Kurfürst, welcher 1806 vor den Franzosen durch dieses Tor flüchtete, umgeben von einem glänzenden Gefolge, den Ankommenden entgegen. Er hatte sieben Jahre Kassel nicht betreten und lebte zuletzt in Prag. Bei Niederzwehren erwartete ihn sein Sohn, beide umarmten sich unter dem Jubel des Volkes. Anschließend zeigte der Sohn seine Truppe dem Kurfürsten, dieser nahm die Parade der Waffengattungen ab. Am Schaumburgischen Garten hatten die Stadtführung vor einer großen Ehrenpforte Aufstellung genommen und begrüßte die einrückenden Soldaten. Dem Kurfürsten ward von weiß gekleideten Jungfrauen auf seidenen Kissen ein Lorbeerkranz mit dazugehörigem Gedicht überreicht. Dann ging es mit klingendem Spiel zum Tore hinein mit Linksschwenkung zur Königsstraße, wo auf dem Balkon ihres Palais die alte Kurfürstin mit der Kurprinzessin und deren Kindern den Zug erwartete. Endloser Jubel empfing insbesondere die freiwilligen Jäger zu Fuß und zu Roß, bei denen 500 Kasseler Bürgersöhne mit ins Feld gezogen waren. Mittags begannen die Feierlichkeiten mit einer großen Tafel im Bellevueschloss (enger ausgewählter Kreis), abends Vorstellung im Theater mit Oper Sargines und als Abschluss glänzende Illumination der Stadt. Ein großes Gastmahl zu Ehren der Freiwilligen  in den festlich geschmückten Sälen des Orangerieschlosses, bei dem auch der Kurprinz mit der Generalität Gäste waren, fand am nächsten Tag statt. Tausende vom Menschen, wozu auch die glänzenden Uniformen jeglicher Waffe zählten. Abends war die gesamte Orangerie glänzend erleuchtet und in der Orangerie wurde in den großen Sälen nach Herzenslust getanzt.  Diese begeisterte Stimmung machte sehr bald einer Ernüchterung Platz. Mit dem Jahre 1806 hatte auch für Kurhessen eine andere bessere Zeit begonnen. Unter der französischen Fremdherrschaft bis 1814 wurde für das damalige Königreich Westfalen volle Gewerbefreiheit proklamiert. Kassel nahm sehr schnell an Größe zu, der Handel blühte in dieser Zeit auf und das Handwerk entwickelte sich mächtig. Es entstanden in diesen Jahren die größeren  Werkstätten. Aber nur kurze Zeit erfreute sich Hessen mit der Hauptstadt Cassel  der napoleonischen Gewerbefreiheit. 1814 war es dann auch mit der Gewerbefreiheit vorbei, denn den alten Zunftzöpfen war die Gewerbefreiheit ein Dorn in Auge. Der Kurfürst verweigerte eine liberale Verfassung und im März 1816 erlies er eine neue Zunftordnung, die bis 1868 in kraft blieb. So wurden die Kasseler wieder Untertanen und Bittsteller. Eine bittere Zeit der Restauration begann, wo Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit nur dem Adel vorbehalten blieb. Im Laufe der Geschichte sind über die Frankfurter Straße noch viele Truppen ein- und ausmarschiert, siegreiche Aufmärsche wurden immer seltener. Gegen Ende des 19. Jahrhundert wurde die Frankfurter Straße Kasernenstandort.

1813: Aufstellen der Kurfürstlichen Garnison mit Proklamation vom 12.12. werden die Regimenter und  Landwehreinheiten wie sie 1906 bestanden hatten, wieder zu den Waffen gerufen. Zu den Jägerbataillon tritt das freiwillige Jägerbataillon.

 Kassel wird wieder Garnisonstadt.

1815: Beendigung des letzten Feldzuges gegen Napoleon ziehen die Truppen am 2.12. wieder in die kurhessische                  Hauptstadt ein.

1821: letzte Parade der kurhessichen Armee mit Zopf, Puder und dem von Offizieren und Unteroffizieren geführten Stock. Weiterer Ausbau der Kasernen, wo in und um Kassel 4000 Soldaten untergebracht werden können.

Kasernenbauten:

1581 - 1605: Bau des Zeughauses für die Artillerie

1763 : Landgräfliche Leibwache, Garde du Corps, anschl. Artillerie,  Weitere Gebäude an der Weserstraße: Herstellung von Salpeter, Stallungen und die landgräfliche Gießerei, in denen Kanonen gegossen wurden. 

Stadtkaserne

1810 : von König Jérôme in Auftrag gegeben , Luisenstraße

Artilleriekaserne

1829 : Artilleriestraße entstand für Artillerie eine Unterkunft auf dem Gelände, Großer Kasernenkomplex im Empirestil, Baumeister Johann Conrad Bromeis, ein imposanter Dreiflügelbau auf Grund und Boden des alten 

 

1832  Klosters Ahnaberg. Und in unmittelbarer Nähe des Zeughauses, heute Max-Eyth- und Oskar- von- Miller-                            Schule. Aus der Klosterkaserne, die zuletzt dem 1. Kurhessischen Feldartillerie-Regiment Nr. 11 diente, gingen                nicht nur alle hessischen Artillerieverbände hervor, sondern auch das Train - Bataillon Nr. 11 (Train -  Kaserne                  an der Weserspitze) und das Pionierbataillon Nr. 11 (Hann.-Münden). Heeresbetriebe: Heeresbäckerei.

1831 : Garnisonlazarett bis zum Umzug 1886 (Bau (1883.86) in die Heckerstraße 24, oberhalb der Husarenkaserne,                  die 1889 fertig gestellt wurde, Frankfurter Straße 84.

1830-1851: Zum Schutze der Bürger und seiner Rechte werden im Kurfürstentum eine Bürgergarde mit selbst gewählten Vorgesetzten aufgestellt. Zusammenstoß mit regulären Militär (Garde du Corps - Nacht am 9.4.1848) mit Plünderung des Zeughauses.

1830: Wehrpflicht in Kassel auch für Kasseler Bürger.1850: Als Folge der vom Kurfürsten beantragten Bundesexekution rücken am 2.11. zunächst preußische Truppen, später bayrische (Strafbayern bis Ende 1851) Truppen ein.  Bauwerke bis 1866: Parade- und Exerzierplätze, militärisch bewachten Stadttore mit täglichem Aufziehen der Wache, erinnern daran, dass Kassel nicht nur Residenz, sondern auch Soldatenstadt ist. 

1848: Anschluss der Stadt an das Eisenbahnnetz, das auch nach preußischen Muster in militärische Überlegungen einbezogen wird.

1865: In den letzten Jahren des Kurfürstentums liegen in oder um Kassel in Garnison:

- Leibgarde-Regiment

- 1. Infanterie-Regiment (Kurfürst)

- Jägerbataillon

- Artillerie-Regiment

- Husaren-Regiment. Herzog von Sachsen   

  Meiningen,

- Schützenbataillon

- Trainabteilung

- Pionierkompanie.

Neben dem Kriegsministerium, Generalstab der Provinz Hessen Nassau und  des neu geschaffenen Regierungsbezirks Kassel. Die kurhessische Armee geht in der preußischen auf. Die Vereidigung auf den König von Preußen erfolgte am 14.10 1866.

1870: Zu Beginn des Deutsch- französischen  Krieges ist Kassel Sitz des

- Generalkommando XI AK und der Stäbe:

- 22. Infanteriedivision mit 43., 44., Infanterie-  11. Artillerie- und 22. Kavalleriebrigade ,

- Kriegsschule Kassel

An Truppenteilen liegen ganz oder teilweise in Garnison

- 2. Hessisches Husarenregiment Nr. 14,

- Hessisches Feldartillerieregiment Nr. 11,

- Hessisches Infanterieregiment Nr. 83,

 - 1. Hessisches Landwehrinfanterie -Regiment  Nr.81.

1870: Mobilmachung am 16.07. Die Truppen der Garnison Kassel verlegen im Rahmen des XI AK (Glt v. Bose) in Bahntransport in den Raum Germersheim- Landau.

1870-71: Napoleon III in Kassel interniert.

1871: Rückkehr letzter Teile der Garnison 

1889: Das Infanterieregiment Nr. 83 erhält den Zusatz “von Wittich”.

1895: Feierliche Parade der Garnison und der ehemaligen aktiven Kriegsteilnehmer von 1870/71:  vor dem KG des XI AK General der Infanterie von Wittich, aus Anlass einer 

 Wörthfeier. Garnisonstärke beträft 3 680 Soldaten.

1897:  Das 1. (Oberelsässische ) Infanterieregiment 167 wird in Kassel aufgestellt und bezieht später die                                      Jägerkaserne.

Die Infanteriekaserne (Jägerkaserne) in der Frankfurter Straße

Die Jägerkaserne in der Bosestraße

Mit dem Bau der Jägerkaserne wurde 1910 begonnen. 1912 zog als erster Truppenteil das Königlich - Preußische Husarenregiment Landgraf Friedrich II. von Hessen-Homburg Nr. 14 mit dem Regimentsstab und zwei Schwadronen ein. 1918 erhielt sie den Namen Jäger-Kaserne. Seitdem waren verschiedene Einheiten und Truppenteile hier stationiert, so auch das Heeresmusikkorps 2.

Infanterie-Kaserne in der Frankfurter Straße

Die neue Infanterie-Kaserne des 1. Ober-Elsäßischen Inf.-Reg. No. 167 wurde schon 1907 an der Frankfurter Straße bezogen. Auf verschiedenen Schlachtfeldern im Osten verloren viele 167er ihr Leben. Im Oktober 1917 wurde das Regiment an die Westfront verlegt und zum letzten Mal an die „Schlachtbank“ geführt. Zu Ehren des Regiments wurde 1927 ein Denkmal auf dem Kasernengelände eingeweiht.

Standortlazarett in der Heckerstraße aus 1886

Die Preußische Zeit

Kasernenbauten in preußischer und Wilhelminischer Zeit  1866 - 1914

1866 wurde  Kassel Hauptstadt einer Provinz und eines Regierungsbezirkes und Sitz des Generalkommandos des XI. Armeekorps, die Stäbe der 22. Division, sowie der 43. und 44. Infanterie - und der 22. Kavalleriebrigade.

Husarenkaserne in der Frankfurter Straße 84 aus 1889

Kassel erlebte eine Aufwertung durch diese Führungsstäbe.

1866-77 - Artillerie- Wagenhaus oberhalb Artilleriekaserne errichtet

1878 : Train-Bataillon des XI. Preußischen Armeekorps (Nachschub) und Depots.

1883 : Truppenübungsplatz Dönche, Schießstände und Übungsgelände  ab 1952 Übungsplatz für belgische Einheiten,               ab 1957 Bundeswehreinheiten.

1977  Natur - und Landschaftsschutzgebiet.

1886:  Fertigstellung Standortlazarett gebaut in der Heckerstraße 24

1889 : Fertigstellung der Husarenkaserne

1907 : Infanteriekaserne, Frankfurter Straße

1910 : Husarenkaserne – Jägerkaserne –  Bosestraße 

1914 : Kriegegefangenenlager Wartekuppe -  Langes Feld 

1914 : Fußartillerieregiment – ab 1936 Graf - Haeseler- Kaserne 

               1916 : Artillerie Wagenhaus

               1934 : Sanitätsdepot, Zeughaus, 

               Gasmasken werden hergestellt,

               1935-37: Gendamerie (Polizei) und Sanitätsdepot.

               Nov. 1952 Belgierkaserne, nach 1970 Bereitschaftspolizei V. Abteilung.

Reichswehr-Kasernenbauten:


 1919: bilden sich auch aus ehemaligen Kasseler-Truppenteile Freiwilligeneinheiten. Das hessisch-thüringische-                    waldecksche Freicorps beteiligt sich 1919 an der Befreiung Münchens. Nach dem Muster von 1830/31 entsteht                 eine Bürgerwehr.


1923: Reduzierung des Deutschen Heeres auf 100.000 Mann als Folge des Versailler Vertrages wirkt sich auch auf Kassel aus. Die ehemalige Großgarnison wird kleiner Standort der neu gebildeten Reichswehr mit Reichswehrgruppenkommando 2 und Stab 3. Kavalleriedivision, daneben noch:

- III. (Jäger) Bataillon 15. Infanterieregiment

- Stab 16. Reiterregiment mit einer Escadron

-3./5. Kraftfahrabteilung

-3./5. Fahrabteilung.. Einrichtungen der 

 Heeresverwaltung und ein Zeugamt.

Kasernenbauten in der NS Zeit

1933-1945: Die nach Verkündung der Wehrhoheit einsetzende Vermehrung des Deutschen Heeres und                                                   die  Aufstellung einer Luftwaffe wirkt sich das auch auf Kassel aus. Neue Kasernenanlagen entstehen:   

      1935 : Flak-Kaserne Hasenhecke 

1936 Wittich- Hindenburg und Lüttichkaerne. Alte werden modernisiert oder erweitert (Graf-Haeseler-Kaserne). In den             Vororten Rothwesten, Wolfsanger und Rengershausen beziehen Einheiten der Luftwaffe Garnison.

1938: Neubau des Generalkommandos  (früher am Friedrichsplatz) kann bezogen werden IX. Neuaufstellung und                      Verlegung im Zusammenhang mit der Besetzung der bisherigen entmilitarisierten Rheinzone wirken sich auch                auf die Garnison Kassel aus.

1939: Zu Beginn des II. Weltkrieges liegen an Dienststellen und aktive Truppenteile in der Stadt: - Generalkommando                 IX AK (zugleich im Rahmen großer Kasernenbau - Maßnahmen erbaut:

 1935: Wittich-Kaserne  - 1938 übergeben I.R. 15 (mot), 1955 Panzerbataillons 42

Versorgungsbataillon 46-

 Panzerjägerkompanie 40

2. Panzergrenadierbataillon 41

Fahrschulgruppe

Sanitätszentrum Kassel 

Lüttich- Kaserne – Artillerieregiment 2

Verbindungskommandantur Luftwaffe

 Panzerjägerkp 40 

Hindenburg – Kaserne – Infanterieregiment 15 

 - 1971 Flugabwehrbataillon 2 - Generalkommando: als Wehrkreisdienstgebäude 1937-1938 erbaut                                                Einweihung Mai 1938. Graf- Bernadotte Platz. 600 Zimmer und sieben Sitzungssäle, für militärische                                    kriegsvorbereiteten Planungen der Oberkommandos dienen. Heute Sitz des Bundessozialgerichts.

Ökologische Entwicklung Kassels – Stadtentwicklung


Für  Kasernen wurden Ausfallstraßen am Stadtrand bevorzugt. So  früher in der Weser- und Artilleriestraße, im 19. Jh. in westlichen Vorbezirken und schließlich im Süden und Wesen (Frankfurter Straße und Eugen-Richter-Straße (Druseltalstraße). Besonders nach 1866 bestimmen die Kasernenbauten die schelle Entwicklung der Stadt mit. So ist zum Beispiel der Bau des Standortlazaretts, der Husaren- und Infanteriekaserne  und die Bebauung der Frankfurter Straße bis zur damaligen Stadtgrenze Niederzwehren bis zum Ersten Weltkrieg und der neue Stadtteil „Frankfurter- Tor- Viertel“ (heute Südstadt) nicht denkbar. Gleichzeitig siedelten sich Gastwirte, Handwerksbetriebe, Baufirmen an. 

Stadtentwicklung durch Migration (Hugenotten-Ansiedlung)

Die Einwohnerzahl Kassels stieg stetig von 1810 mit 23.068 auf 1861 mit 38. 930 Einwohnern. Seit der Einverleibung zu Preußen entwickelte sich die Einwohnerzahl um mehr als das Doppelte auf 106.034 im Jahre 1900 (mit Eingemeindungen bis 1899). Ein deutliches Zeichen der wachsenden Industrialisierung.

Die bedeutende Zuwanderung der Glaubensflüchtlinge aus Frankreich, der Hugenotten, geschah 1686 wobei zwischen 3000 und 4000 von Ihnen in die Landgrafschaft Hessen - Kassel eintrafen. Seit dem Sommer 1685 erließ Landgraf Karl ein Edikt, das französische Emigranten direkt ansprach und nach Hessen-Kassel einlud, um die Manufakturen zu fördern und spezialisierte Handwerker anzuwerben. In Kassel wurde die Oberneustadt gegründet. Hier zogen die kleineren Handwerker und Manufakturarbeiter ein. Der Integrationsprozess kann gegen 1700 als abgeschlossen gelten. Im 18. Jh. fand eine zunehmende Assimilation statt, die sich im Rückgang der französischen Sprache im Alltag und einer Zunahme der Eheverbindung äußerte.

Industrialisierung im 19. Jahrhundert

Die Landesherren sahen die neue Industrieentwicklung sehr skeptisch und hielten an umständlichen und willkürlichen Konzessionierungsverfahren fest und setzten der eingeführten Gewerbefreiheit erheblichen Widerstand entgegen.Nach der Anektion Kurhessens durch Preußen im Jahre 1866 wandelte sich Kassel in kurzer Zeit zu einem modernen Industriestandort. Die Anzahl der Gewerbebetriebe stieg von 1875 bis 1907 von 4.128 auf 7.132 Unternehmen, die der abgängig Beschäftigten von 12.504 auf 48.044 Personen. Die Einwohnerzahl wuchs von 40.128 im Jahre 1864 auf 153.196 Personen im Jahre 1910. Diese garvierenden Veränderungen veränderten das Aussehen der Stadt und in der Infrastruktur. In der Nähe der Fabriken entstanden neue Straßenzüge und neue Stadtteile. Neue Verkehrsmittel wie die Straßenbahn erhöhten die innerstädtische Mobilität. In erster Linie nahm der Maschinen- und Fahrzeugbau einen gewaltigen Aufschwung. Die Zahl der Beschäftigten stieg in diesem Bereich von 2.246 (1882) auf 8.877 (1907) Arbeitern.

Bedeutende Metallverarbeitende Firmen waren:

  - AG für Federstahlindustrie, die aus einer Firma für Zündholözmaschinen hervorging (Stahl & Nölke), dann aber mit der Fabrikation von Schlachthofeinrichtungen, Kränen und Aufzügen erfolgreich war. 

- Maschinenfabrik Kaiser & Co,Schlachthausdeinrichtungen und nach 1914 Produjtion eöekrischer Hängebahnen

-- Neben der Metall,- spileten auch die textilverarbeitende Industrie eine wichitge Rolle:

Sigmund Aschrott, machinelle Fabrikationen schweren Leinens

- 1867 Föhlich & Wolf mit Zelt- udn Segeltüchern.

- 1884 Heinrich Salzmann, Produktion von schweren Leinen- und Baumwollstoffen.

- 1881 Gottschalk & Co in der Nordstadt

- 1883 die Jute- Spinnerei und Weberei KG . 

-  Fabrikation  wiss. Instrumente, Familienunternehmen Breithaupt mit Weltrum, seit 1762.

Die Firma Henschel & Sohn ist Beispiel dt. Industriegeschichte. 1810 wurde von Johann Werner Henschel und seinem Vater eine kleine Fabrik gegründet, in der 1817 Carl Anton eintrat. Durch seine  zahlreichen Erfindungen gelangte ds Unternehmen zunehmende Bedeutung.

1835 trat mit Georg Alexander Carl (1810-1860) die nächste Generation in das Unternehmen ein und sein Sohn Carl Anton Oskar übernahm  

(1837-1894) die Firma. Schwerpunkte: Dampfmaschinen, Gießhaus, Dampflokomotiven (zu sechs größten). Sophie Henschel führte das Unternehmen bis 1912 mit eienr Belegschaft von 7 000 Beschäftigten. Henschel wuchs zum größten Kasseler Unternehmen und mit Borsig zur bedeutesten dt. Lokomotivfabrik. Mit Kriegsbeginn wurde das Geschäft mit der Rüstungsproduktion wieder aufgenommen: Geschossen, Zünder udn Munitionswagen, später acu Geschütze. 1931 größte Lokomotivfabrik.In derr NS-Zeit wurde Henschel einer der wichtigsten Ausrüster der Wehrmacht.1934 Serienfertigung eines leichten Panzers, Panzerkraftwagens, später folgten die Spähpanzer "Luchs", der Kampfpanzer "Panther" und der schwerste Panzer "Tiger 1 und "Tiger II". 1933 erfolgte von Oskar R. Henschel die Gründung der Henschel Flugzeugewerke in Berlin, wo Kampfflugzeuge gebaut wurden.Als Tochterunternehmen fungierte die Kassel Henschel Flugmotorenbau GmbH in Baunatal, die mehr als 13 000 Daimler-Benz-Flugmotoren (1937-45) fertigte und gehörte damit zu den vier bedeutesten Lieferanten während des Krieges. Das Unternehm hatte 1933 1.044 Beschäftigte und über 20.000 (1943) und in den drei Kasseler Werken Mittelfeld 11.800. Zerstörung 1943. Ab 1948 wieder Lokomotivenbau, 1956 Schützenpanzer und Militär Lastwagen. 1964  Rheinstahl Henschel AG, anschließend mehrmalige Firmeninhaber, um Mitte der 1990er Jahre endgültig den Namen Henschel zu verlieren als "ABB Daimler Benz Transportation Adtranz". Durch den Erwerb des Untrernehmens wurde "Bombardier Transportation" Marktführer auf den Schinenverkehrsmarkt udn das Kasseler Werk Kompetenzzentrum des Konzerns.

Firma Credé in Niederwehren

Am 1.10.1897 begann die Produktion der ersten Güterwaggons, 1907 beschäftigte das Werk 900 Mitarbeiter. Neben Güter- und Postwaggons wurden Personenweaggons hergestellt. 

Firma Thielemann, Eggena und Cie., älteste Waggonfabrik in Kassel. 1844 entschloss sich Heinrich Ferdinand Thielemann, Sohn des Gründers Johann auf einem Grundstück vor dem Holländischen Tor, neben den Henschelwerken, eine Waggonfabrik aufzubauen. Herstellung von Eisenbahnwagen aller Gattungen mit 300 Beschäftigten. 1902 wurde das Geläbd ean die Firma Henschel verkauft, wo jetzt ein Direktionsgebäude, eine Lokomotiv-Montagehalle und die Henschelstraße entstand.entstand. 

Wegmann & Co und Krauss Maffei Wegmann

Am 2.11. 1882 wurde die Firma als "Casseler Waggonfabrik" gegründet. Das Unteernehmen hatte wechselhat zwischen 200 und 450  Beschäftige, sie wuchs aber bis 1907 auf 1000 Beschäftigte. Schwerpunkt neben Eisenbahnwagoggons, Lastwagenanhänger und Omnisbussen. In der NS-Zeit Rüstungsbetrieb mit PAnzerwagen, Gelände und Spähwagen, Schützen- und Flammenwerferpanzer. Nach dem Krieg Eisenzugwagen mit gehobener Ausstattung und Omnibusse. Anwachsen der Rüstungsproduktion, Kampfpanzertürme Leopart I und II, Flak Panzer Gebhard, der Panzerhaubitze 2000 und weitere Rakentenwerfer machten W. zu einem bedeuteten Rüstungsliferatnen. 1999 Fusion mit Kraus Maffei AG zu Krauss-Maffei Wegmann GmbH & Co KG und damit führende Position ausgebaut. Führendes Unternehmen in Europa für gepanzerte Rad- und Kettenfahrzeuge, Kampfpanzern.

-Im Kasseler Osten entstand eine  Munitionsfabrik mit 15. 000 Beschäftigten und ein Wohnungsbauprogramm für die Rüstungsarbeiter

1937  wurden im Zusammenhang mit dem Ausbau der Rüstungsindustrie hervorragende Industriearbeitersiedlungen in Oberzwehren geschaffen, die Mattenbergsiedlung mit zweigeschossigen Kleinhäusern in Zeilenbauweise. Vorgesehen waren die Häuser für Henschelarbeiter (heute VW Gelände). Wohngebiet mit 6000 Einwohnern.

Die Kapitulation Kassels - Ende der Garnison Kassel

       

Wiederbelebung durch den BGS 1951 und den Belgiern 1952

Die Garnison nach dem Zweiten Weltkrieg

Die Vereinbarung der Alliierten von Jalta und Potsdam waren nach dem Sieg über Nazi-Deutschland zweitrangig geworden. Die Sowjets etablierten in ihrem Zuständigkeitsbereich kommunistische Regime. In Griechenland und Türkei gab es Umsturzversuche und Bürgerkriege, die von den Kommunisten provoziert wurden. 1948 kam es zu einem bewaffneten Staatsstreich in der Tschechoslowakei und zu einer kommunistische Regierung. Ebenso erzwungen in Ostdeutschland, wo die SED und SPD zwangsvereinigt wurden. 

Die SED beherrschte die kasernierte Volkpartei, so dass die SPD keine Wahl hatte (Beispiel Tschechoslowakei) Dass führte schließlich zur Gründung der Nato 1949. 1950 überfiel der kommunistische Norden Koreas den Süden, der unter amerikanischen Schutz stand, so dass  ein Krieg unausweichlich wurde.


Fazit: BRD musste nun zu einem militärischen Beitrag zur Sicherheit bewegt werden. Grundlage wurden im Juli 1954 die Pariser Verträge. Am 9 Mai 1955 wurde die BRD in die Nato aufgenommen. Die Bundesrepublik konnte sich mit 500 000 Mann beteiligen und die Bundeswehr ins Leben rufen.


Der BGS war die erste deutsche Einheit nach dem Krieg, die in Garnison lag, wenn man von amerikanischen Truppen in Niederzwehren absah. 

Am 16. Juli 1955 folgte das “Freiwilligengesetz”, so dass bis zum 2. Januar 1956 die ersten 1000  Freiwilligen eingestellt wurden. Am 30. Mai 1956 folgte das “Zweite Gesetz über den Bundesgrenzschutz” wonach der BGS Personalabgaben zur Aufstellung der Bundeswehr leisten musste.

GSK Mitte stellt den Kader und den Rumpf der 2. Grenadierdivision. In den Standorten des BGS wuchsen die Kader und am 30. Juni 1956 endete die Frist der Übernahme an die BGS Beamten.

Am 1. Juli 1956  ging schließlich die 2. Grenadierdivision aus dem GSK Mitte

(Grenzschutzkommando) mit abgeschlossener Optionsmeldung hervor. An diesem Tage bestand sie  mit 164 Offizieren, 2030 Unteroffizieren und 921 Mannschaften.

Mit der Führung der Division wurde der Kommandeur GSK Mitte Brigadegeneral Schäfer, Stellv. Oberst Makert und Chef des Stabes OLT Becker beauftragt.

Die KpfGrp A2 wurde con Oberst Drommel als erstem Kommandeur übernommen. Die Oberst Weyrauter und das FAR 2 erhielt OLT Quittnat, ab November dann Oberst Wunderlich als Kommandeur. Erster Chef des Stabes war Hpt. Wenner.

In der Folgezeit wurde mit Verlegungen und Umstrukturierungen versucht, die Truppenteile der 2. Grenadierdivision dichter in ihren vorgeschriebenen Stationierungsraum - Nordhessen und Südniedersachsen - zu konzentrieren.


Der Bundesgrenzschutz in Kassel


1950: Die alliierten Besatzungsmächte stimmten einer Polizeitruppe des Bundes zu.
1951: verabschiedet der Bundestag das Bundesgrenzschutzgesetz.
2. Okt. 1951 traf das erste Stammpersonal in Kassel ein 
Stärke:
Drei Hundertschaften, darunter eine Stabshundertschaft der 4. Grenzschutzabteilung Süd und 125 Mann, weitere 175 angeworbene Freiwillige sollen folgen.
40 %  waren Heimatvertriebene. Sie wohnten im ehemaligen Generalkommando der Wehrmacht am Graf-Bernadotte- Platz. Später folgte der Umzug in die Lüttichkaserne, die sie aber 1952 für die belgische Einheiten räumen mussten.
300 der 600 Räume im Generalkommando waren für eine Kommandostelle und eine Offiziersschule des Grenzschutzes vorgesehen. Dem Grenzschutzkommando Mitte gehörten eine Stabs- und Fernmeldehundertschaft und ein Grenzschutzmusikkorps an.
Im April 1955 kehrten die  Bundesgrenzschützer von Wildflecken nach Kassel zurück. Vier Hundertschaften, 700 Mann der Abteilung II/3 - marschierten mit klingendem Spiel unter Major Heinrich Tumma in die Wittichkaserne ein. Generalmajor Schaefer und Regierungspräsident Dr. Fritz Hoch schritten die Reihen der Truppe ab, und der Kasseler Polizeipräsident Dr. Günter Wetzel begrüßte die Bundesgrenzschützer im Namen der Stadt Kassel und des Oberbürgermeisters Lauritz Lauritzen.
Zivilbeschäftigung:
1951 gab es schon 7o Zivilangestellte. Die Truppe gab monatlich in Kassel 100 000 DM aus. Ende Oktober begannen 200 BGS-Anwärter ihre Ausbildung in Kassel.
Die Grenzschützer wohnten in Kasernen und die Ausbildung ähnelte dem von Soldaten
Im März 1952 wurden die ersten Panzer-Spähwagen (Sonderwagen) für den BGS geliefert, die auf dem Gelände der Dönche  vorgeführt wurden.

Die Stadtverordnetenversammlung

Oberbürgermeister Seidel erklärte, dass die  Stationierung des Bundesgrenzschutzes nicht aufzuhalten gewesen wäre, nachdem etliche Wortmeldungen Kassel als Garnisonstadt verhindern wollte, um den Bund zu bitten, eine Bundesbehörde in Kassel anzusiedeln. Am 28. März 1952 hieß eine Schlagzeile in der Lokalpresse: “Kassel wird wieder Garnisonsstadt”. Eine Abordnung der Dienststelle Blank prüfte die Eignung der ehemaligen Kasernen für die Eignung der belgischen Soldaten, die im Sommer 1952 in Kassel stationiert werden sollten. 
In der ehemaligen Lüttich-Kaserne und der Hindenburg-Kaserne an der Eugen-Richter-Straße waren die Werkakademie, die Wilhelmsschule und ein Gericht untergebracht. Den Umzug in die Jägerkaserne lehnten die Bildungseinrichtungen ab.

Aufgaben der belgischen Armee als Alliierte Truppen in Deutschland

die Belgier wurden am südlichen Rand der britischen Besatzungszone auf einem Gebiet Nordrhein Westfalens und Hessens zwischen Aachen und Kassel stationiert. Der Belgische Korridor umfasste auch nördlichge Teile von Hessen ( Raum Kassel) und somit hinein in die ehemalige amerikanische Besatzungszone, die 1947 mit der englischen Besatzungszone zur Bi-Zone zusammengeschlossen wurde. usw..siehe: Belgische Streitkräfte in Deutschland - WIKIPEDIA.

Drei Bauprojekte
Die belgischen Soldaten in Kassel

Der zweite Schritt, den Garnisonstandort wieder zu beleben, wurde von den alliierten in die Wege geleitet. Im März 1952 wurden große Bauvorhaben in die Wege geleitet, mit denen die infrastrukturellen Voraussetzungen für die Stationierung von belgischen Truppen geschaffen wurde. Für die Instandsetzung der Kasernen in der Frankfurter Straße 365 standen 3,5 Millionen DM zur Verfügung. Weitere 3,5 Millionen wurden für Wohnungen der Belgier und ihren Familien zur Verfügung gestellt. Diese Gelder waren Teil der 46,7 Millionen DM, die ein Finanzplan des Bundes für einen Zeitraum von vier Jahren für militärische Anlagen in der Region Nordhessen  vorsah. In einer “Schlacht der 120 Tage” - so die HN, begann im April die Instandsetzung der ehemaligen Gendarmerie- Kaserne (1935- 37). Ab August 1952 begann die zweite Phase der “Schlacht der 120 Tage” auf dem Kasernengelände an der Eugen- Richter- Straße , Zuvor aber musste das Kasernengelände geräumt werden. Die Bürgerschule verließ ihre Räume am Heideweg, das Staatstheater verlegte sein Magazin aus einer Garage im unteren Kasernengebiet der Jägerkaserne, und der BGS musste seine Garagen verlassen. Danach nahmen dort 20 große Baufirmen und 80 weitere Firmen mit 850 Bauarbeitern und 150 Arbeitern und  Angestellten die Arbeit auf. Nach 70 Tagen Bauzeit besichtigten im September 1952  der Regierungspräsident Dr. Fritz Hoch, Oberbürgermeister Willi Seidel und der belgische Oberstleutnant Diedier die fertigen Gebäude. Diedier kritisierte den Anstrich der fertigen neu erbauten Gebäude der
 Lüttich-Kaserne: 
Ausbau für belgischeSoldaten 1952.
“ Die Farbe gefällt mir nicht. Goldgelb muss der Anstrich sein, bitte ändern sie das.” Die HN Kommentierten diese Grille des belgischen Gastes mit der Bemerkung, das die zusätzlich benötigte Farbe für den kompletten Anstrich eines Neubaus für Flüchtlinge gereicht hätte.”

Das dritte Bauprojekt  
 begann im Oktober 1952. Geplant war ein fünf Millionen teuerer Wohnkomplex  mit 104 Einfamilienhäusern, eines Kaufhauses und einer Schule im Auefeld. Anlässlich der Stationierung der belgischen Truppen im November 1952  fand auf der Wilhelmshöher Allee eine 30minütige Truppenparade statt. Bereits eine Woche danach nutzten di Belgier die Dönche als Truppenübungsplatz.

Militär bestimmte das Leben in der Stadt

Nicht nur die Bundesgrenzschützer, sondern auch die belgischen und amerikanischen Soldaten bestimmten fortan das städtische Leben. Die Ankunft von zwei belgischen Kompanien einer Pioniereinheit wirkte belebend auf die Straßenbahnbenutzung der Linie 4 mit der die Soldaten nach Dienstschluss zu ihrem Stadtausgang starteten. Die Amerikaner begingen ihren Nationalfeiertag am 4. Juli 1952 um 22.00 Uhr mit einem 20minüti gründeten Feuerwerk. Angehörige aller drei Nationalitäten gründeten in Kassel eine deutsch-amerikanische- belgische Gemeinschaft zur Freizeitgestaltung, die im Dezember 1952 7. 376 DM für das Kinderkrankenhaus Park Schönfeld, das Flüchtlingslager Holzhausen und für 100 bedürftige Familien spendeten.
Die Belgier prägten mit ihrem Auftreten am stärksten das öffentliche Bild. Sie feierten jedes Jahr im Frühling den “Ehrentag der belgischen Jäger” bzw. das Bataillonsfest, im Juli den Nationalfeiertag, im September den Geburtstag des Königs und im Oktober den 

“Tag der Dynastie”. Im feierlichen Rahmen - mit militärischen Zeremonien und Paraden - fanden auch die Kommandeurswechsel oder Besuche von hochrangigen Vorgesetzten statt. Die militärischen Übungen der Panzereinheiten verursachten Flurschäden, für die das Amt für Verteidigungslasten reguliert, aber großen Unmut in der Bevölkerung auslöste. Auch die US Armee übte mit 175.000 Soldaten in Nordhessen und verursachte große Schäden. Protestkundgebungen blieben aber in Kassel aus.

Garnisonsalltag mit den alliierten Soldaten


November 1952: Auf der Wilhelmshöher Allee fand eine 30minütige Truppenparade der Belgier statt. Auf der Dönche wurden 280 Morgen landwirtschaftliche Fläche in militärisches Gelände umgewandelt.

Die Bundesgrenzschützer und die belgischen Soldaten beeinflusste von nun an das Leben in der Stadt. Die Ankunft von zwei belgischen Pioniereinheiten wirkte belebend auf die Straßenbahnbenutzung der Linie 4, mit der die Soldaten nach Dienstschluss zu ihrem Stadtausgang starteten.
- 2ominütiges Feuerwerk der Amerikaner zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli;
- Deutsch- amerikanische- belgische Gesellschaft zur Freizeitgestaltung, die im Dezember 1952 über 7 376 Mark für 100 bedürftige Familien spendete.

Die Belgier prägten mit Ihrem Auftreten am stärksten das öffentliche Bild.. Sie feierten im Frühling den “Ehrentag der belgischen Jäger” bzw. das Bataillonsfest.
Im Juli den Nationalfeiertag, im September den Geburtstag des Königs und im Oktober den “Tag der Dynastie”. Im feierlichen Rahmen mit militärischen Zeremonien und Paraden fanden auch die Kommandeurswechsel oder Besuche von hochrangigen Vorgesetzten statt.
Große alljährlich Manöver der alliierten Truppen in Nordhessen beeinträchtigten den Verkehr und die Menschen in der Stadt.

Private NUTZUNG EHEMALIGER KASERNEN IM ZERSTÖRTEN kASSEL

Private Nutzung der ehemaligen Kasernen
- die einstige Heeresbäckerei beim Magazinhof: 4 Familien, 14 Personen, 4 Betriebe;
- Jägerkaserne: 146 Familien, 565 Personen und 13 Behörden;
- ehemalige Train-Kaserne an der Ihringshäuser Straße: 28 Familien, 48 Personen    
  und 31 Kleinbetriebe;
- das ehemalige Standortlazarett, Heckerstraße: 11 Familien, 31 Personen, 2 Kleinbetriebe und die Wetterwarte.
- das Kasernengelände der Husarenkaserne: 12 Familien, 37 Personen, 11 
   Kleinbetriebe;
- das Kasernengelände Marbachshöhe (die Lüttich-, Hindenburg,- und 
  Wittichkasernen): Werkakademie, Werkkunstschule, Wilhelm-Schule, Amts- und 
  Landgericht- und zusätzlich belgische Soldaten. In der Wittich-Kaserne war die 
  Orthopädische Landesklinik untergebracht, wo der Bundesgrenzschutz Anspruch 
  erhob.
Die 1831/32 erbaute Artilleriekaserne an der Bremer Straße wurde ebenfalls zivil und gewerblich genutzt.


Die Bundeswehr in Kassel 1956

Die ersten Gebäude, die die Bundeswehr nutzte, waren das Generalkommando am Graf-.Bendotte-Platz und die von Bundesgrenzschützern bewohnte Wittich - Kaserne.
Das nächste Gebäude übernahm die Bundeswehr im November 1956 die nach dem Krieg zur Wartung von US - Trucks benutzte ehemalige Fliegerschule (1936/37 erbaut) von Rengershausen, die Am-Loh-Kaserne.
Nachdem die US Truppen die Graf-Haeseler-Kaserne verlassen hatten, zog im Mai 1957 die ersten Bundeswehrsoldaten ein.1958 begann einjahrelange Gesamtrenovierung auf 10 000 qm für:
- zwei Kompaniegebäude,
- vier Werkzeughallen
-ein Zuggebäude,
- eine Kraftfahrzeug Wärmehalle und eine Ausbildungswerkstatt für 200 Soldaten des Versorgugnsbataillons.
Als das Bauprojekt Ende 1962 fertig gestellt wurde, stand der Bundeswehr die größte Bundeswehrwerkstatt Nordhessens zur Verfügung mit guten Ausbildungsmöglichkeiten für die mittlere Instandsetzungskompanie.
    


Die im Krieg erheblich zerstörte Hindenburg-Kaserne stand erst 1959 wieder dem Militär zur Verfügung
In der Jägerkaserne nutzte die Bundeswehr ausschließlich das einstige Stabsgebäude. Die dort angesiedelten Behören blieben in ihren Räumen.
Zwei militärische Anlagen wurden 1959 endgültig entmilitarisiert:
Das seit 13 Jahren brachliegende Gebäude der früheren Train-Kaserne. Auch auf den Du-Ry-Bau am Friedrichsplatz, der einmal als Kommandantur diente wurde verzichtet. Aus dem Innenstadtbereich waren damit alle militärischen Einrichtungen verschwunden.

Graf Haeseler - Vorbild für Mannschaft und Offiziere

Die Dönche

Nach jahrelangem Kampf der Anwohner gegen die militärische Nutzung der Dönche, ist sie seit 1977 wichtiges Natur- und Landschaftsschutzgebiet

Die Kasseler Jäger



Bruch mit dem Militarismus
Um den Bruch mit dem Militarismus des NS - Staates zu verdeutlichen und gleichzeitig an die militärische Tradition Deutschlands anzuknüpfen, wählte die Bundeswehrführung als Zeitpunkt für die zeremonielle Ernennung der ersten Bundeswehroffiziere symbolträchtig den 12. November 1955, General Gerhard von Scharnhorsts 200. Geburtstag. Scharnhorsts Motto sollte auch für die neue deutsche Armee gelten: “Tradition in der Armee hat es zu sein, an der Spitze des Fortschritts zu marschieren.” 
Die Führung erwartet von den künftigen Soldaten der Bundeswehr, dass sie sich der demokratischen Tradition
 verpflichteten.




Das Ende der Garnison Kassel 1992


Ebenso kann die 2. Panzergrenadierdivision , Flugabewehr usw dargestellt werden.
Für Anregugnen, Fotos usw. bin ich dankbar!

Heinz Körner
ehemals Ausbilder und Streifenführer beim BGS in Duderstadt,
Beethovenstraße 3
34121 Kassel
Tel 0561^49 3001
info@hek-kassel.de