Neuerscheinung 2015
Fortsetzung der Bücher über die Südstadt- und derWeinberggeschichte
Im ersten Band  “Der historische Weinberg” wurde die Entwicklung und Aufbauphase während der Gründerzeit und die Vorgeschichte aufgezeigt. Der jetzt vorliegende zweite Band beschäftigt sich mit der Zerstörung, dem Untergang der Festung Kassel am 4. April 1945 mit Zeitzeugenberichten, sowohl aus amerikanischer und deutscher Sicht, der Militärs und des damals 15-jährigen Egon Roppel. Diese Berichte machen eindringlich die Situation rund um den Weinberg und im Weinbergbunker deutlich. Etwa drei Viertel des gesamten Wohnungsbestandes war zerstört oder beschädigt worden. Nur jede sechste Wohnung war ohne Kriegsschäden. In Kassel gab es aufgrund der Evakuierungsmaßnahmen nur noch 71.209 Einwohner, 1939 waren es noch 216.141 gegenüber 225.649 im September 1943. Es blieben von 65.646 Wohnungen nur 10.994 unbeschädigt. Der Zerstörungsgrad Kassels wurde mit 77,6  Prozent angegeben. Die Wiederauf-bauzeit dauerte bis in die 1960er Jahre, jedoch war die Wohnungsnot noch nicht beseitigt und auch noch in den 1970er Jahren spürbar. In der Oberneustadt konnten nur wenige Häuser, wie auch auf dem Weinberg, wieder erkennbar hergestellt oder renoviert werden. Das Stadtgebiet wurde neu ver-messen und eine völlig andere, moderne Stadt der 1950er Jahre geplant, die zukunftsorientiert gebaut werden sollte. Heute können wir nur noch auf Spurensuche gehen, um die Reste vergangener Tage zu entdecken. In der Oberneustadt, eine der schönsten barocken Städte Deutschlands, ist eine Stadt der 1950er Jahre geworden mit vorzeigbarer Fußgängerzone und Treppenstraße. Auch der Auehang, ein Trümmerhang, musste neu gestaltet und die Wege und Treppen erneuert werden. Der Weinberg vor der Oberneustadt mit lebhafter Architektur (Historismus) ist ebenso verschwunden wie die vielen vorzeigbaren Häuser und Villen der Wilhelmshöher Allee. Nur hier und da zeigt sich die alte Struktur und Bausubstanz. Besonders abgelegen, ja beinahe versteckt können wir in der Pfannkuchstraße schöne Jugendstilhäuser entdecken und die Gesamtanlage Philosophenweg ist ein Spaziergang wert. Auf diesem Weg kann man auch die westliche Bebauung des Weinbergs mit seinen Terrassenanlagen, Wohnanlagen auf Sanssouci und den Schlangenweg kennen lernen. Wenn wir dann den Schlangenweg hinauf gehen und die starken Mauerbegrenzungen der Terrassengrundstücke sehen, kann man sich auch ins 19. Jh. zurück versetzen und ermessen wie wertvoll es den Bauherren damals war, so ein sonniges Grundstück zu erwerben. Der westliche Hang ist vollends bebaut und der östliche Hang nimmt nach dem „Wohnstift Am Weinberg“ die Weinbergterrassen und die neue „Grimmwelt“auf, die 2015 als Museum eröffnet wird.. Die großen Gebäude, wie die Murhardsche Bibliothek, das Landesmuseum und das Elisabethkrankenhaus beherrschen die Weinbergstraße, die vom Brüder-Grimm-Platz zum Weinberg führt. Die einzelnen Kapitel sind so angelegt, dass der Autor den Leser in das Kriegsende einführen will und die Zeitzeugen hier zu Wort kommen lässt, um anschließend die historische Stadtwicklung Kassels kurz aufzuzeigen, damit nachvollziehbar wird, welche Bausubstanz bei den Bombenangriffen verloren ging. Der Wiederaufbau einer ganz anderen, neuen Stadt begann und dauerte bis in die 1960er Jahre.Während im Buch „Der historische Weinberg“ viele historischen Fotos zusammen gestellt wurden, kommt in diesem Buch auch die architektonische Besonderheit der Zeit zwischen 1870 und 1910 zum Ausdruck. Ob Barock-, Renaissance-, Klassizismus oder Jugendstil. Jedes Haus lohnt sich anzusehen, um kleine Details und Besonderheiten feststellen zu können. Eine Spurensuche besonderer Art, die aber sehr viel Freude bringen kann. So soll das Buch zu Spaziergängen Anregungen geben.


Bericht Veranstaltungen im Bürgersaal vom 1.August bis 9. August 2014

 „100 Jahre Erster Weltkrieg“
„Kassel und Kasseler Bürger im Ersten Weltkrieg“
von Heinz Körner
Historiker und Buchautor
Bericht über die Veranstaltungsreihe im Bürgersaal
vom 2. August bis zum 17. August 2014


Nach der Eröffnung mit Begrüßung durch Oberbürgermeister Bertram Hilgen
am Freitag, den 1. August, genau zum Jahrestag des Kriegsbeginns und des Begleitwortes von Heinz Körner über die Gliederung der Ausstellung und Vorstellen der Informanten, Vorlesung über einige Passagen aus Kriegstagebüchern und Hinweise auf weitere Veranstaltungen, machte er das Ziel der Ausstellung deutlich, dass die Soldaten des Ersten Weltkrieges wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt werden sollte und das Frieden nichts selbstverständliches ist. Wenn das Ziel
erreicht wird, dann können wir stolz auf diese Ausstellung sein. Christian Klobucznski, Militärhistoriker, stellte „Die Kasseler Regimenter ziehen in den Krieg“ vor.

Anschließend wurden von den fast 100 Besuchern der Eröffnung der  Ausstellung den Veranstaltern Anerkennung und viel Lob zuteil.

Ausstellungsbericht 2

Der zweite und dritte Tag der Ausstellung stand im Zeichen der Tagebücher. Es wurden Lesungen von Söhnen und Töchtern der Weltkriegssoldaten angeboten, die eine große Resonanz hatte. Besonders die Lesungen von der Tochter des Kriegsfreiwilligen Rudolf Gruber, Erika Ritschel war beeindruckend. Ihr Vater zog durch viele Gefechtsfelder, ob Tirol, Serbien, Rumänien, Mazedonien,  auf dem Balkan oder als Teilnehmer der großen Schlachten in Flandern  und Frankreich, wo der am 29. September 1918 verletzt wurde und in englischer Kriegsgefangenschaft geriet, wo ihm ein Bein abgenommen werden musste. Die Kriegstagebücher dazu waren sehr ergreifend.

Auch die Szenen aus den Tagebüchern von den Kriegsfreiwilligen Weidemann, Rainer Vietor, Müller, Schmidt und die Feldpostbriefe dazu besonders von dem damaligen Abiturienten Willi Pasche, der erst 16 Jahre zu Kriegsbeginn war und die Briefe seiner Schulkameraden aus den Gefechtsfeldern gesammelt hatte.  Auszug: „Du willst zur Musterung und dich freiwillig melden und auf deine Ferien und Studium verzichten? Mensch, Alter, du bist doch der schlaueste von uns und hast doch Möglichkeiten ein Studium zu beginnen. Ich würde sehr viel dafür geben, wenn ich studieren könnte. Glaube mir, hier ist der Tod, unsere Kameraden......sind schon gefallen. Aber tue, was du nicht lassen kannst, aber ich sage dir, du wirst es bereuen.
Max Müller beschrieb sehr eindrucksvoll die Situation in Polen und Weißrussland, Galizien, wo viele Menschen nur mit einem Leiterwagen und ihr gerettetes Gut mit Pferden und Kühen unterwegs war, die Alten auf dem Wagen, Kinder und Frauen neben dem Gefährt. Dann die Situation an der Front, die sich jetzt von Riga bis zum Schwarzen Meer hinzog, wo er über die Kämpfe mit den Russen berichtet, aber auch von der unterschiedlichen Behandlung in der Unterbringung und Verpflegung zischen den Offizieren und den einfachen Soldaten und die Erlebnisse im Graben. er war Tagebuchschreiber und mit vollen Herzen dabei. Seine letzten Eintragungen: „Ich habe viele wertvolle Dinge verloren, aber das ich dich, mein Tagebuch, nicht verlor war immer mein besonderer Augenmerk. Und nun lass ich dich gehen den weiten Weg, den du mit mit kamst., sollst du allein zurück machen.Grüße sollst du gleichzeitig überbringen von dem Schreiber. Fahr wohl!“ Hier enden seine Berichte. Sein Grab wurde nie gefunden.

Am Montag, den 4. August, wurde das Programm fortgeführt mit einem Lichtbildvortrag mit dem Inhalt:
Vorgeschichte des Ersten Weltkrieges;
Mobilmachung und Kriegsbeginn;
der Marsch durch Belgien, Eroberung Lüttichs und der Festungen
die ersten Kriegsverbrechen, Mord und Brandschatzungen am Beispiel Löwen;
der Schlieffenplan und das Versagen der Armeeführer.

Es folgten am 5. August die Vorträge über den Krieg im Westen am 5. August, wo auch Frau Ritschel, die Gefechtsfelder - und kämpfe ihres Vaters bis zur Verwundung, Gefangenschaft und anschließendem  lebenslangen Leiden darstellen konnte.

Am 6. August stand der Krieg im Osten im Mittelpunkt, wo Herr Vietor, deren Großvater Karl und Vater Hermann im Ersten Weltkrieg waren. Berichte aus Polen, Galizien und viele Fotos aus Städten und Dörfern bereicherten die Diskussion und den Vortrag. Als Meldegänger bekam der Vater viel zu sehen. Der Krieg im Osten ist fast vergessen, deshalb kamen die Lesungen aus dem Tagebuch von Rudolf Gruber, passend zum Vortrag, wo der Soldat Gruber schildert, wie er von Kassel nach Tirol und von dort nach Frankreich und anschließend nach Serbien „reiste“. Ja, die Soldaten waren viel und lange mit dem Zug unterwegs. Der Marsch durch Serbien hatte er in schrecklicher, grausamer Erinnerung. Auf der Landstraße lagen tausende von Kindern, Frauen und alten Menschen, erfroren, zuerst vor den Russen geflüchtet, dann vor der deutschen Armee. Zum Abschluss folgte ein Bericht über die Südfront, der Kampf gegen die Italiener und in den Alpen, der ebenso brutal und menschenunwürdig geführt wurde. Es gab kein Erbarmen, nur der Wille zum Überleben.

Am 7. und 8. August 2014 fanden Führungen durch die Ausstellung statt, die eine sehr gute Resonanz fanden.

Am 9. August stand bei Lesungen aus Kriegstagebüchern und Feldpostbriefen, die Familien Vietor und Weidemann im Vordergrund und Herr Meister berichtete über seinen Onkel, der ein sehr authentisches Tagebuch geschrieben hat, aus dem auch ausführlich zitiert wurde und auch im Mittelpunkt vorheriger Lesungen stand. Herr Pasche berichtete über sein Vater, der Feldpostbriefe seiner  ehemaligen Schulkameraden an Kameraden und Lehrer schrieb und sammelte, wo besonders die Kriegsbegeisterung Ende Juli und Anfang August kritischer beleuchtet wurde: „ Ich verstehe nicht, wie wir einmal so begeistert in den Krieg zogen...“
Herr Rainer Vietor zeigte den Marschweg und die Kampflinien im Osten und Westen nach, wo sein Vater als Soldat und sein Großvater Carl als Vicefeldwebel und Kommandant einer Kommandantur Dienst taten. Besonders die wochenlangen Bahnfahrten zu den Kriegsschauplätzen im Osten und vom Osten nach Frankreich waren zermürbend. Sein Vater hatte nie über den Krieg gesprochen. Er lernte die Militärgeschichte seines Vaters über die Feldpostbriefe, Postkarten und Ansichtskarten besser kennen und übersetzte diese von  Sütterlin auf Normaldruckschrift. Nachdem er so Vater und Großvater besser verstehen konnte, beschloss der selbst zu den Gefechtsfeldern nach Frankreich zu fahren. Hier wurde er von den Einheimischen sehr freundlich empfangen, die ihm die Schlachtfelder und auch die sehr gepflegte Gedenkstätte beim Friedhof zeigten und ihn zum Jahrestag im nächsten Jahr einluden, wo er auch eine Rede halten konnte, um über die Geschichte seines Vaters und Großvaters zu berichten. Es war für ihn sehr bewegende Tage in Frankreich und er hat nicht mit dieser freundlichen und zuvorkommenden Aufnahme gerechnet.

Das Kriegstagebuch von Wilhelm Weidemann wurde schon 1915 veröffentlicht und war dementsprechend sehr patriotisch und militaristisch geschrieben zumindest in den Anfangsberichten. Hier wurde deutlich, dass es nach dem Einsatz geschrieben wurde und dass seine Militärzeit durch eine Verwundung schon Anfang 1915 enden musste. Aber seine  Schilderung beim Einmarsch in Belgien, erste Kontakte mit dem Tod und dem belgischen Widerstand sind ergreifend, ebenso die Schilderung des Grabenkampfes, der vielen französischen Toten in den Gräben und auch die Kriegsverbrechen, die besonders in Dinant und Löwen stattfanden. Die Belgier bezeichneten anschließend die Deutschen als Schweine, was sich beim ersten Gifteinsatz im Frühjahr 1915 in Ypern verfestigte.

In der zweiten Woche werden
„Polen im Ersten Weltkrieg“  ,
„Heimatfront Kassel“
„Die Arbeiterbewegung im Krieg“,
„Die Wandervogel-Bewegung im Ersten Weltkrieg“ und die „ Gründung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.“ vorgestellt.

Eine Abschlussveranstaltung am 17. August wird noch einmal an das Attentat in Sarajewo erinnern, die Geschichte Serbiens aufzeigen und an die fast Parallelität 1914 – 2014 aufzeigen:

Fazit der Ausstellung, die den Kasseler Bürgern die Weltkriegssoldaten 1914 – 1918 näher bringen wollte, um auch ihre Erlebnisse wieder in Erinnerung zu bringen, damit sich die Geschichte nicht wiederholt, die schon 1939-1945 als Revanchekrieg nicht aufzuhalten war – denn FRIEDEN
ist nicht selbstverständlich. Für den Frieden, den wir 70 Jahre in Deutschland bewahren konnten,
muss man arbeiten und wachsam sein, wie die aktuelle Situation in Nordafrika, Syrien und in der Ukraine zeigt.

Spurensuche und Spaziergänge

Vom Rathaus aus als zentralen Treffpunkt kann die  Spurensuche über den Friedrichsplatz, Karlskirche und Schöne Aussicht beginnen, Spaziergänge durch den Auehang ins Tal zur Kleinen Fulda, Besichtigung des Ehrenmals und führt uns dann zur Voraue, Kastell und Renthof zur Brüderkirche und Rondell auf dem Kastell, von wo auch ein Überblick über die Untere Neustadt gewährleitet ist. Dem Auehang ist ein besonderer Abschnitt gewidmet, um auf die Schönheit dieses Hangs mit seinen befestigten Wegen und Vielfalt der Bepflanzung aufmerksam zu machen, wobei die historischen Anlaysen und denkmalpflegerischen Zielsetzungen von Prof. Prinz (1981) und Michael Rohde u.a., Parkpflegewerk aus 2004, berücksichtigt wurden. Die Wege führen auch zur Südstadt und direkt ins Jugendstilviertel östlich der Frankfurter Straße. Im Hauptteil des Buches wird der Wiederaufbau auf dem Weinberg und in der Südstadt unter dem Motto: Was blieb erhalten? dargestellt. Während auf dem Weinberg sehr wenige Häuser erhalten blieben, so ist in die Südstadt trotz großer Bombenschäden, vieles erhalten oder wieder hergestellt worden. Bisher ist der Wiederaufbau der Altsubstanz gewürdigt worden, jedoch mit der Bebauung des Auefeldes konnte nach dem Krieg eine große Fläche bebaut werden, um der Wohnungsnot besser und gezieler begegnen zu können. Diese Neubaumassnahme zwischen 1952 (für die belgischen Soldaten) und 1956 für die einheimische Bevölkerung, war 1964 abgeschlossen.
Zum Schluss werden die Grünflächen, ob der Park Schönfeld, Botanischer Garten, Schönfelder Bach mit dem Klangpfad ins Bewusstsein gerückt, um deutlich zu machen, dass der Süden Kassels nicht nur das Tor zur Stadt ist, sondern auch Erholungs- und Freizeitzentrum mit der Karlsaue und den Fuldaauen ist. Eine Fahrradtour kann auch durch das Gewerbe- und Behördenzentrum Süd zur Knorr- und Raiffeisenstraße und darüber hinaus über die Giesenalle zur Neuen Mühle führen.

Blick zurück zu den

Villengärten der Familie Henschel

Stützmauern 1903 errichtet

In diesem Villengarten sind Treppen, Stützmauern, Aussichtspunkte, Rampen und die Ruine des Gewächshauses erhalten. Ein Teil dieser Elemente stammt noch aus der Zeit der Felsenkellernutzung, (ein schmiedeisernes Tor, das zur Rampe führt aus 1855. Vieles wurde beim Bau der ersten Vom Peilertschen Garten hat sich der 1855 angelegte Zugangsweg erhalten. Er wurde als Rampe angelegt und stellenweise das Backsteinmauerwerk mit einem Bewurf versehen, der die Struktur der hier anstehenden Muschelkalkfelsen imitiert. 1887 wurden die Terrassenbauten (im ehemaligen Peilertschen Garten) vom Architekten Julius Eubell mit großartigen Treppenanlagen und Pergola ausgeführt. Schon Eissengarthen hatte sein Grundstück mit einer Futtermauer begrenzt, die Henschel beseitigen musste, um für eine neue Konstruktion der Architekten Karst & Fanghänel platz zu machen, die mit der Holzmindner Spezialbaufirma Liebold & Co ( in Kassel vertreten durch Paul Zürn) eine gestalterisch gelungene und technisch anspruchsvolle Substruktion aus steingrau eingefärbten Stampfbeton ausführte.


Voraussetzung zum Bau des "Haus Henschel", oben.

Der Fürstengarten nach 1780 angelegt.


Der Fürstengarten, Rondell, Blick zum Museum für Sepulkralkultur und Mahnmal für dei "Vernichteten".


Der Henschelgarten


Villa 1869 (große Stützmauer der Hangkante) oder später durch Julis Eubell im Rahmen der Umgestaltung
zugefügt. Die kunstvollen schmiedeeisernen Geländer und die beiden eisernen Türen gehören in diese Zeit nach 1887. Die metallene Eingangstür am Fuße des Geländes wird von einem Sandsteinbogen gerahmt; die Einfriedungsmauern sind hier aus polygonalen Steinformaten als Zyklopenmauerwerk „en minature“ zusammen gefügt, das sich auch in anderen Bereichen des Henschelgartens, im Sockel des heutigen Museums für Sepulkralkultur finden lässt. Am obigen zweiten Eingang befindet sich ein Aussichtspunkt von einer Pergola gekrönt (wird 2010 erneuert) und wirkt wie eine Bastion über der Frankfurter Straße und einer natürlich wirkende Mauer aus Basaltbruchsteinen. Im obigen Bereich befand sich eine sechsläufige Treppenanlage, deren Mittelpotest durch eine kleine klassizistische Blendarchitektur gestaltet wurde und die erst nach der Erweiterung durch Peilerts Garten an die schon bestehende Sandsteinsubstruktion angefügt wurde. Diese repräsentative Treppe ist in Teilen erhalten geblieben und wird zur Zeit restauriert. Auf dem Gelände der Villa, Weinbergstraße 23, haben sich Reste der in den Garten hinabführenden Treppe und In diesem Villengarten sind Treppen, Stützmauern, Aussichtspunkte, Rampen und die Ruine des Gewächshauses erhalten. Ein Teil dieser Elemente stammt noch aus der Zeit der Felsenkellernutzung, (ein schmiedeisernes Tor, das zur Rampe führt aus 1855. Vieles wurde beim Bau der ersten Vom Peilertschen Garten hat sich der 1855 angelegte Zugangsweg erhalten. Er wurde als Rampe angelegt und stellenweise das Backsteinmauerwerk mit einem Bewurf versehen, der die Struktur der hier anstehenden Muschelkalkfelsen imitiert. 1887 wurden die Terrassenbauten (im ehemaligen Peilertschen Garten) vom Architekten Julius Eubell mit großartigen Treppenanlagen und Pergola ausgeführt. Schon Eissengarthen hatte sein Grundstück mit einer Futtermauer begrenzt, die Henschel beseitigen musste, um für eine neue Konstruktion der Architekten Karst & Fanghänel platz zu machen, die mit der Holzmindner Spezialbaufirma Liebold & Co ( in Kassel vertreten durch Paul Zürn) eine gestalterisch gelungene und technisch anspruchsvolle Substruktion aus steingrau eingefärbten Stampfbeton ausführte.

Die Frankfurter Straße wurde immer wieder verbreiteert, Bunkeranlagen wurden dabei verschüttet.

Der Henschelgarten wird 2011/12 noch saniert. Wirtschaftsweg (früher zum Parallelweg Eidechse gehörend) endete hier, Zuweg für die Biergärten auf dem Weinberg durch eine Spitzkehre vor dem Gewächshaus erreichbar.


Egon Roppel berichtet als Zeitzeuge wie er als 17jähriger die Bombenangriffe erlebte. Foto rechts Weinberg 1955.

Treppen und Geländer zum Teil saniert, Treffen vor der Besichtung am Eingangstor Frankfurter Straße.

Erklärungen sind erforderlich: Zur Geschichte, Architektur, Wege und Sanierungsstand. 

info@hek-kassel.de

www.heinz.e.koerner@t-online.de

Tel 0561 493001

Bücher: Der historische Weinberg, Kassel Südstadt ......beim Autor in der Beethovenstraße 3 und im Buchhandel erhältlich.