Bauhistorischer Spaziergang zum Weinberg:

Erhaltene Gebäude aus der Gründerzeit


Die Obere Neustadt gehörte zu den schönsten Barockstädten Deutschlands, was auch König Jérômè
veranlasste, Kassel zur Residenz und zur Hauptstadt seines Königreichs Westfahlen zu wählen. Nach 1866 bekam die
Stadtentwicklung einen enormen Schub durch die Übernahme Hessens durch Preußen. Kassel wurde Provinzialhauptstadt mit vielen Verwaltungs- und Militäreinrichtungen. (Schöne Aussicht 9)

Die Industrialisierung, die jahrzehntelang nicht gefördert wurde, brachte nun die wirtschaftliche Entwicklung Kassels
vorwärts und eine Bautätigkeit die Kassel um 1900 zur Großstadt wachsen ließ. Die einzelnen Baustile jener Zeit
sind heute noch zu sehen. Vieles jedoch, die Kassel auch um 1900 einzigartig machten, ist im Krieg den Bomben zum
Opfer gefallen.


Erhaltene Humboldtstraße 4 und 8 aus 1877, Nr. 6 aus 1885;


Humboldtstraße 1a, Wohnhaus des Direktors des WG -Sophienstraße 12 aus 1874;


Weinbergstraße 1 als Mehrfamilienhaus aus 1883/84, Elisabethkloster (Kapelle) ,


Marienstraße 8 aus 1880 und 10 aus 1882,


Terrasse 15 aus 1875, Nr. 26 aus 1874 und Nr. 19 aus 1883.

Erhaltene Gebäude von 1885 bis 1914 :


Terrasse 1


Amalienstraße 11 (1890) und 10 und 14 (1887/88)


Humboldtstraße 1a (1890),

Friedrichsstraße 13-23,

Murhardsche Bibliothek 1905, Weinbergstraße 25/ 27, Landesmuseum 1913.


Humboldtstraße 6 und 4: italienische Hochrenaissance. (siehe bis 1883) Humboldtstraße 8  (Schweizer Stil)

Weinbergstraße 1 ( und Elisabethkloster, siehe oben)

Terrasse 26, verändert wieder aufgebaut.

Marienstraße (Neorenaissance) Terrasse 15 (Neubarock)Im Historismus wird unterschieden in romantischen Historismus
vor 1870 mit langsamer Ablösung vom Klassizismus. Neogotik und Neorenaissance werden mit stilfremden Elementen kombiniert; strengem Historismus von 1870-1890, reine Elemente der Vergangenheit künstlerisch korrekt zu kombinieren; mit dem Späthistorismus nach 1890 wird die Orientierung an die Renaissance durch Neobarock abgelöst. Freie Interpretation der Dekorelemente, die nicht mehr streng linear angeordnet werden: Ausbuchtende Erker, Risalite, Kuppeln und ausladende Balkone waren beliebt und Blumendekors verweisen schon auf den Jugendstil.

Wilhelmshöher Allee 25a

und 

Wilhemshöher Allee 22a

Pfannkuchstraße


Was blieb erhalten


Von Westen nach Osten


Ruhlstraße 3 und 7

1906 in Jugendstilformen zusammen mit Wilhelmshöher Allee 25a errichtet. Hufeisenförmige Fenstereinrahmungen, Jugendstilputzbau in Nr.7. Eckhaus zur Wilhelmshöher Allee ein beachtenswerter Bau der 1950er Jahre.


Wilhelmshöher Allee 25a

1907 mit Jugendstilfassade errichtet (mit Ruhlstraße).


Wilhelmshöher Allee 22, Neobarock, repräsentative Schaufassade mit dorischen, ionischen, korinthischen Säulen und Jugendstilelemente.


Nach Wehhlheiden, Ausläufer des Weinbergs, Jacob-Grimm-Schule, 1953 gebaut, Wilhelmshöher Allee 35-39

Ingenieurschule, Wilhlemshöher Allee 71 – 73


Pfannkuchstraße 15-19, 19 mit Schlangenweg 26

1904 errichtet, Häuser mit Jugendstilfassade. Eine außergewöhnlich Mischung aus Zitaten historischer Stile kennzeichnen die Architektur der Jahrhundertwende.

Eisengitter mit Jugendstilelementen erhalten.


Schlangenweg

Nr.12 mit Terrasse 9/11

1892 erbaut vom Architekten Potente, der in Nr. 9 selbst wohnte.

spätkassizistische Kinker- und Putzfassade, Mittelrisalt, schmideeiserne Geländer aus der Bauzeit.


Nr. 11 – Schlangenweg 12

Zweigeschossiges Stall- und Remisengebäude, Kutscherhaus, Putzfassade aus 1895 mit zwei Toren.


Gründerzeitliche Bebauung

4 – 7 bis 9, 13 – 21; aus 1890. Bebauung oberhalb des Hauses Sanssouci (9a).

Bergseite mit lockerer Bebauung von Einzelhäusern. Ein Teil der Häuser durch Bomben beschädigt, nur an den neuen Dächern erkennbar, teilweise verändert wieder aufgebaut.

Schlangenweg 15 – 19.


Sophienstraße Nr.1

Vormals 1874 Villa mit Turm, 1953 wurde das elfgeschossige Hochhaus, Architekt Paul Bode (Bruder Arnold Bodes, dem Gründer der documenta, bezogen. Dieser Bau wurde vom hessischen Staat als vorbildliche Leistung 1954 ausgezeichnet).

Bode: „Ein Hochhaus gehört zum Berg.“

Weitere Bauten mit Bruder Theo: Belgische Siedlung 1952, Hotel Hessenland 1953, Hotel Reiss 1954, Schlosshotel Wilhelmshöhe 1955 und eine Vielzahl von Kinos in ganz Deutschland.




Sophienstraße 14 – 16

Reste der „Sieben Raben“ aus 1875. zweigeschossiger klassizistischer Putzbau in geschlossener Bebauung, turmartige hochragende Seitenrisalite, dazwischen halbrunde Veranda im UG und Balkon im OG. Im OG in den Brüstungen Stuckaturen geflügelter Löwen, vegetabile Ornamentik, Eisenstabzaun aus der Bauzeit 1880er Jahre.


Terrasse 1, das Haus Rosenzweig

Kulturdenkmal. Aus einem Kubus erschaffen, Deutscher Klassizismus.


Terrasse 7 -11

Spätklassizistischer Klinker und Putzbau, Vertikalgliederung durch aufgeputzte Doppelpilaster.


Terrasse 15. mit Laternengeschoss,


Terrasse 19 Mietobjekt


Terrasse 26, neoklassizistische Fassade, „bel etage“ über 3,80m, schmiedeiserne Garteneinfassung. Erker zuvor mit Türmchen? Auf dem Erker jetzt kleiner Balkon.

DAs Hölk´sche Haus, Reste des Elisabethklosters

Die Amalienstraße 10 und 14

Sie wurde 1887/88 zwischen der Wilhemshöher Allee 27 und der Terrasse, Höhe Schlangenweg, von den Architekten Geis & Raabe angelegt. Vorher

gab es hier die Lacklederfabrik Stück, der den Betrieb 1890 zur Wolfsangerstraße verlegte, aber in der Nr. 8 wohnen blieb. Von der gründerzeitlichen Phase blieben nur zwei Häuser 10 und 14 und

das Eckhaus Nr. 11 erhalten. Die 10 und 14 wurden im repräsentativen Neorenaissanceformen in dekorierten Gruppe von drei Häusern errichtet.

Von der spiegelsymetrischen, um 1891 für die

Schreinermeister Adam und Cornrad Credé errichteten und kurze Zeit später wieder verkauften Anlage, sind nur die beiden äußeren Gebäude erhalten. Zweigeschossige Reihenhäuser mit Souterrain für die Wirtschaftsräume und ausgebautem DG.

Rote Klinkerfassaden mit gesimsartigen Bändern und Ziegelgliedern aus hellen Sandstein. Seitenrisalite mit Balkonen, darüber Zwerchgiebel. Aufwenige Fenster- und Türverdachungen in Risalit und über dem Hauseingang. Die üppigen Kartuschen über den Balkonfenstern jeweils mit Signatur, Balkonen auf geschwungenen und profilierten Sandsteinkonsolen, schmiedeeiserne Geländer. Fenster im OG in rundbogigen Blendnischen. Die Fensterteilung im Giebel mittels einer gedrungenen toskanischen Säule.

Die Amalienstraße 11 ist eine zweigeschossige Villa mit Mansardengeschoss und Souterrain.

Um 1894 im Besitz des Tabakfabrikanten Franz Heinrich Thorbecke, der sich um 1895 auf dem direkt angrenzenden Grundstück an der Terrasse 2

von Anton Karst eine Villa bauen ließ. In Neorenassainceformen

dekorierter Backsteinbau mit aufwendigen Sandsteingliederungen. Malerisch asymmetrische Fassade mit Eckerker, darüber prägnanter

Zwerchgiebel. Zur Straße hin Balkons mit profilierten Konsolen und schlichtem Eisenstabgeländer. Eingang über kurzer Freitreppe an der

Südfassade, dort rundbogigies Treppenhaus-Doppelfenster sowie ein Fries aus vier rundbogigen Blendnischen. Fenstereinfassungen und

Dachgesims kräftig profiliert. Zum Garten hin weiterer Zwerchgiebel.

Wohnen im Philosophenweg

1870 gab es elf Gebäude im Philosophenweg, worunter die Häuser Nr.1, 3 und 7 eine gewerbliche Nutzung einbezogen. Schreinermeister Bulle und

Volkmar und in Nr. 7 der Handschuhfabrikant Schmetzer, dazwischen lagen Wohnhäuser auf den Grundstücken 2, 4, 5, 9 und 11. Die Mieter kamen aus dem Mittelstand (Beamte, Schauspieler, Kaufleute).

Die ersten gründerzeitlichen Wohnhaus-Neubauten entstanden zwischen 1886 bis 1890.

1885 gab es schon 16 Gebäude, wobei sieben als Miethäuser gebaut wurden, und auch als Mieter Arbeiter vorhanden waren, wie Schuhmacher,

Schriftsetzer, Schneider, Buchdrucker, Schmied, Näherin, Hausbursch oder Bleicher. Auf Sanssouci gab es einen von und zu Löwenstein, Major a. D.

und in Nr. 28 den Bauunternehmer Thele mit seiner Villa im Hang. 1890 gab es neben dem Fabrikanten Aschrott in Nr. 16, den Pflastermeister

Mauermann in Nr. 12, 18 - 24, 26. und der Landmesser Blumenauer mit zwei Grundstücken in Nr. 49 und Nr. 51. In Nr. 53 wird der Gastwirt Gerland aufgeführt. Eine Gaststättenkonzession gab es 1891 für die Nr. 35 mit der Begründung, dass die Arbeiter der Eisenwarenfabrik Schmidt & Keerl und die neuen Mieter sowie Besucher des Philosophenwegs zur Frühlings- und Sommerzeit bei Blütenpracht diese Annehmlichkeiten erfordere. So entwickelte sich in dieser Straße eine eigenständiges

Leben, man wohnte gern hier und hatte die kurze Anbindung zur Stadt. Mit dem Bau der Bürgerschule 29 im Jahre 1913 und eine bessere Verkehrsanbindung

nach Verrohrung der Drusel und Bau der Tischbeinstraße 1927 wurde auch die Tischbeinstraße bebaut. 1930 gab es bis nach Wehlheiden die Grundstücke 1 - 159 und 4 - 148.



Humboldtstraße 1a – 4 - 6 – 8

Die Humboldtstraße 4, ein repräsentatives freistehendes Wohnhaus, erbaut um 1878. Über rechteckigem Grundriss ein viergeschossiger Putzbau mit Walmdach im Stile der italienischen Hochrenaissance. Der Eingang über eine Freitreppe an der südlichen Seitenansicht. Eine der wenigen erhaltenen großbürgerlichen Bauten zwischen Villa und Mietshaus. Ein Kulturdenkmal aus künstlerischen Gründen.


Obere Karlsstraße 3

Armenhaus der Hugenotten, erbaut 1770-1772 von S.L. Du Ry, Fünffensterstraße 16, zerstört 1943, Inschrift: „Hôpital des Fracois Refugies“. Kulturdenkmal aus geschichtlichen Gründen


Friedrichsstraße

Der gründerzeitliche Historismus wurde auch in dieser kurzen Seitenstraße mit vielen Details verwirklicht. Wie ein Wunder sind diese Bauteile erhalten geblieben und liebevoll restauriert. So die Türen mit Überbau Nr. 19 und 21, Risalite, Türüberbauten mit Jugendstilelementen, schwungvolle Bauteile gehören ebenso dazu wie Säulen und Fensterrahmungen. In Richtung Königstor Garageneinfahrt mit Tiefgaragenplätzen.


Neu Restaurant – Humboldtstraße 1A ab September 2013

Die Humboldtstraße 1a, ehemals Direktorenwohnhaus, erbaut 1890/1903. Malerischer leicht gotisierender, zweigeschossiger Ziegelrohbau mit Sockel aus Quadermauerwerk, Satteldächer. Der Eingang von der Westseite über eine Freitreppe, zur Nordseite Altan. Als Beispiel spät-historistischer Architektur ein Denkmals aus künstlerischen Gründen. Direkt am Fürstengarten gelegen mit Wegverbindung zur Murhardschen Bibliothek und zur Weinbergstraße. Ein stilvoller Kontrast zu den Neubauten des Friedrichsgymnasiums.

2013 umfangreich innen saniert, Terrasse als Biergarten, Brandmauer zum Fürstengarten mit Fenster versehen.


Die Humboldtstraße 4, ein repräsentatives freistehendes Wohnhaus, erbaut um 1878. Über rechteckigem Grundriss ein viergeschossiger Putzbau mit Walmdach im Stile der italienischen Hochrenaissance. Der Eingang über eine Freitreppe an der südlichen Seitenansicht. Eine der wenigen erhaltenen großbürgerlichen Bauten zwischen Villa und Mietshaus. Ein Kulturdenkmal aus künstlerischen Gründen.


Humboldtstraße 6, Villa mit kleinem Garten mit eiserner Einfriedung, erbaut um 1885,Zweigeschossiger Klinkerbau mit flachem Walmdach.An der Straßenansicht links Eckrisalit mit Balkon, im Mittelrisalit die reich gegliederte Eingangstür, Terracotta Fliesen über dem Erdgeschoss und ornamentierte Fensterbrüstungen im OG. Kulturdenkmal aus künstlerischen Gründen.


Humboldtstraße 4 - 8 blieben erhalten18

Dreigeschossiges, schmales Rimisen-oder Wirtschaftsgebäude, hinter Nr. 4, errichtet um 1877. EG und OG Backsteinmauerwerk, 2. OG in typisch gründerzeitlichem Fachwerk mit Andeutungen des „Schweizer Stils“. Symmetrischer Aufriss mit drei Gefache weit vorspringendem Mittelrisalit. Fenster hohe Andreaskreuze, vortragende Balkonköpfen, flaches abgewalmtes Satteldach, schlichtes Freigespärre, Gurtgesimse über dem EG aus quergestellten Backsteinen mit einem vorgesetzten Profil.


Humboldtstraße 8


Nr. 8, links, eine Villa im im italienischen Landhausstil, zweigeschossiger Klinkerbau über nach Norden hin abgeschrägtem Sockel aus Sandsteinquadern. Die linke Gebäudehälfte als Risalit mit niedrigem Kniestock, horizontale Fassadengliederung, im EG schmales Klinkerband, darüber breites Doppelgesims aus Sandsteinprofilen, die ein Fries aus Terrakottareliefs mit Blütendarstellungen einfassen. OG dichte Reihe von Fensternischen, Blendfenster auch im Kniestock, ornamentierten Fenstersteineinfassungen wurde 1882 gebaut, sowohl im Kniestock des italienisch geprägten Neo-Renaissance-gebäudes als auch in der Nische zwischen den Fenstern befanden sich für die damalige Zeit typische Sgraffitiartige Malerei, eine wetterbeständige, in die noch feuchte, helle Tünche (auf dunkler Grundierung) ein-geritzte Zeichnung.






Die Marienstraße 10 wurde als Backsteinhaus 1882 im Neorenaissancestil erbaut. 1883 zog der Kaufmann Gustav Schröder hier ein. Sgraffiti mit Blumenvasen als Fries unter der Traufe des flachen, vielgliedrigen weit vorgekragten Walmdachs. Unterkante der Traufe mit profilierten Zier-blenden. Seitlich des Risalits im EG ein 3/8 Erker mit Beschlagwerkkonsole und Kupferdach. Schmiedeeiserne Einfriedung einschließlich Portal mit erneuerten Sandsteinpfeilern erhalten. Einer der renomiertesten gründerzeitlichen Architekten Julius Eubell (1847-1915) lebte in seinem Haus in der Marienstraße als diese neu angelegt wurde.






Der Weinberg, die Terrassenanlagen und die Stützmauern sind ein Kulturdenkmal wegen:

  • seiner geschichtlichen Bedeutung als Weinberg

  • Zeugnis der industriellen Expansion

  • und für die Industriegeschichte Nordhessen bedeutsame Firma Henschel

  • städtebauliche Bedeutung als Standkrone von Kassel

  • Gartenanlage ist ein Denkmal wegen ihres künstlerischen Wertes mit dem Kulturdenkmal Mahnmal im Fürstengarten.Außerdem Kulturdenkmal aus künstlerischen Gründen und architekturgeschichtlichen Gründen.


Unter Denkmalschutz steht auch das Toilettenhäuschen neben dem Weg zur Weinbergbrücke.

1955.


Weinbergstraße 1, Renald`sches viergeschossiges, zweiflügeliger Backsteinbau als Mietshaus 1884 errichtet, ehemals Stiftung, Eckrisaltit mit zweigeschossigen Erker, Gliederung durch Sockel und Bandgesimse, Fenstersegmente bogenförmig, im zweiten Obergeschoss mit horiziontaler Verdachung, im Mezzaningeschoss quadratische Fester, Rundbogenportal mit Pilastern und Architrav. Kulturdenkmal aus künstlerischen und städtebaulichen Gründen.


Weinbergsraße 7, Kapelle des Elisabethklosters aus 1886 vom Architekten C.A. Rebentisch errichtet., dreischiffiger neogotischer Ziegelrohrbau, 1943 zerstört, Reste vorhanden.Erweiterung der Kapelle 1957, Einbeziehung des früheren Eingangs und Neubau einer Empore.


Weinbergstraße 27, Henschels Kutscherhaus, Reste erhalten oder wieder aufgebaut.


Wimmel-Denkmal, Stiftung von den Weißbindern Heinrich und Johannes Wimmel,, Verherrlichung der deutschen Einigung 1870/71. Vormals am Brüder-Grimm-Platz.


Henschelbögen

Kulturdenkmal aufgrund ihrer Konstruktion, aus technischen Gründen.

1902/03: Nach Ankauf des Eissengartschen Grundstücks wurden die Futter- und alte

Stützmauern ersetzt. Der Entwurf stammt vom Kasseler Architekten Karst & Fanghänel und

unter Mitarbeit der Holzmindener Spezialbaufirma Liebold & Co. - in Kassel vertreten durch

Paul Zürn - entstand eine gestalterisch gelungene und technisch anspruchsvolle Substruktion aus steingrau eingefärbtem Stampfbeton. Es handelt sich hier um Pfeiler mit sieben Gewölbebögen, dahinter befinden sich Spannmauern zur Abtragung des Schubs. Die Felder zwischen den Pfeilern wurden ansonsten zur Wasserableitung und aus ästhetischen Gründen offen gelassen.


Bierkeller/Eiskeller/ Bunkeranlage

Kulturdenkmal aus geschichtlichen Gründen.


Wohnen im Philosophenweg

1870 gab es elf Gebäude im Philosophenweg, worunter die Häuser Nr.1, 3 und 7 eine gewerbliche Nutzung einbezogen. Schreinermeister Bulle und

Volkmar und in Nr. 7 der Handschuhfabrikant Schmetzer, dazwischen lagen Wohnhäuser auf den Grundstücken 2, 4, 5, 9 und 11. Die Mieter kamen aus dem Mittelstand (Beamte, Schauspieler, Kaufleute).

Die ersten gründerzeitlichen Wohnhaus-Neubauten entstanden zwischen 1886 bis 1890. 1885 gab es schon 16 Gebäude, wobei sieben als

Miethäuser gebaut wurden, und auch als Mieter Arbeiter vorhanden waren, wie Schuhmacher, Schriftsetzer, Schneider, Buchdrucker, Schmied,

Näherin, Hausbursch oder Bleicher. Auf Sanssouci gab es einen von und zu Löwenstein, Major a. D. und in Nr. 28 den Bauunternehmer Thele mit

seiner Villa im Hang. 1890 gab es neben dem Fabrikanten Aschrott in Nr. 16, den Pflastermeister Mauermann in Nr. 12, 18 - 24, 26. und der Landmesser Blumenauer mit zwei Grundstücken in Nr. 49 und Nr. 51. In Nr. 53 wird der Gastwirt Gerland aufgeführt. Eine Gaststättenkonzession gab es 1891 für die Nr. 35 mit der Begründung, dass die Arbeiter der Eisenwarenfabrik Schmidt & Keerl und die neuen Mieter sowie Besucher des Philosophenweges zur Frühlings- und Sommerzeit bei Blütenpracht

diese Annehmlichkeiten erfordere. So entwickelte sich in dieser Straße eine eigenständiges Leben, man wohnte gern hier und hatte die kurze

Anbindung zur Stadt. Mit dem Bau der Bürgerschule 29 im Jahre 1913 und eine bessere Verkehrsanbindung nach Verrohrung der Drusel und Bau

der Tischbeinstraße 1927 wurde auch die Tischbeinstraße bebaut. 1930 gab es bis nach Wehlheiden die Grundstücke 1 - 159 und 4 – 148.