Stadtentwicklung - Stadterweiterung

Militärische Entwicklung Kassels –

Stadtentwicklung durch die Garnison - die Ausfallstraßen am Stadtrand bevorzugt. So früher in der Weser- und Artilleriestraße, im 19. Jh. in westlichen Vorbezirken und schließlich im Süden und Wesen (Frankfurter Straße und Eugen-Richter-Straße (Druseltalstraße). Besonders nach 1866 bestimmen die Kasernenbauten die schelle
Entwicklung der Stadt mit. So ist zum Beispiel der Bau des Standortlazaretts, der Husaren- und Infanteriekaserne und die Bebauung der Frankfurter Straße bis zur damaligen Stadtgrenze Niederzwehren bis zum Ersten Weltkrieg und der
neue Stadtteil „Frankfurter- Tor- Viertel“ (heute Südstadt) nicht denkbar. Gleichzeitig siedelten sich Gastwirte, Handwerksbetriebe, Baufirmen an.

Stadtentwicklung durch Migration (Hugenotten-Ansiedlung)

Die Einwohnerzahl Kassels stieg stetig von 1810 mit 23.068 auf 1861 mit 38. 930 Einwohnern. Seit der Einverleibung zu Preußen entwickelte sich die Einwohnerzahl um mehr als ds Doppelete auf 106.034 im Jahre 1900 (mit Eingemeidungen bis 1899). Ein deutliches Zeichen der wachsenden Industrialisierung. Die bedeutende Zuwanderung der Hugenotten, geschah 1686 wobei zwischen 3000 und 4000 von Ihnen in die Landgrafschaft Hessen - Kassel eintrafen. Seit dem Sommer 1685 erließ Landgraf Karl ein Edikt, das französiche Emigranten direkt ansprach und nach Hessen- Kassel einlud, um die Manufakturen zu fördern und spezialisiertre Handwerker anzuwerben.

Kassel wurde die Oberneustadt gegründet.


 Hier zogen die kleineren Handwerker und Manufakturarbeiter ein. Der Integrationsprozess kann gegen 1700 als abgeschlossen gelten. Im 18.Jh. fand eine zunehmende Assimilation statt, die scih im Rückgang der französichen Sprache im Alltag und einer Zunahme der Eheverbindung äußerte.



Stadterweiterung - Stadtentwicklung

Der Adelshof war 913 im Besitz des deutschen Königs Konrad, Herzog von Franken. Nach 939 gehörte Chassalla den Herzögen von Sachsen. 1008 Eigentum der Kaiserpfalz Heinrich II. in Kaufungen. Die Siedlung an der Ahna unterstand damals dem Gaugrafen Friedrich von Luxemburg, einem Bruder der Kaiserin Kunigunde. 1143 wurde die Siedlung befestigt und Graf Heinrich Raspe II baute mit seiner Mutter Hedwig 1148 ein Stift, um ihre Ansprüche im Kasseler Becken zu festigen. Zu dem Männer - und Frauenstift gehörten von Anfang an auf dem nahen Möncheberg ein Gut, der spätere Fasanenhof.


1189 besaß Chassalla das Stadtrecht und eine Marktkirche. 1264 wurden die zwei hessischen Gaue zur Landgrafschaft 4. Jh. V. Chr. siedelten Kelten im Bereich der heutigen Altstadt/Wesertor, abschließend germanische Chatten als Vorfahren der Hessen. Zu Beginn des Mittelalters schlossen sich diese Stämme den fränkischen Stämmen an und wurden durch die Missionare Winfried Bonifatius und dessen Schüler Sturmius von Fulda missioniert. Das ende der Missionierung fiel in der Zeit der Sachsenkriege Karls des Großen. Durch den ersten Feldzug wurden viele sächsischen Adelige hier in Wolfsanger, Wesertor sesshaft. In Wolfsanger entstand eine fränkisch- sächsische Doppelsiedlung mit ihrer alten fränkischen Taufkirche, die Johannes dem Täufer geweiht wurde.

 Am Altmarkt entstand en fränkischer Adelshof nach sächsischer Art (Chassalla), von der eine Furt und die Fernstraßenkreuzung kontrolliert wurden. An der Stelle floss damals auch Hessen erhoben, sowie das Herzogtum Brabant. Der Reichsfürst Heinrich wurde der erste Landgraf von Hessen und 1277 verlegte er seinen Sitz von Gudensberg nach Chassalla und bestimmte die Stadt zur Hauptresidenz des Landes. 1298 wurde die Alte Brüderkirche gebaut, 1304 der Altar der Hl. Maria geweiht, 1331 der Chor und 1376 das Hauptschiff vollendet. Auf dem Gelände des Marstalls entstand die neue Stadtkirche St. Cyriakus. So gab es jetzt einen Markt, dem Rathaus, dem Ahaberger Kloster und dem Karmeliterkloster eine neue Stadtkirche. Es gab eine Kaufmannsgilde und einige Handwerkszünfte

Ab 1330 brachen die Einwohner der Dörfer Rimedehusen und Mühlhusen ihre Häuser ab und bauten eine neue Stadt westlich , die Freiheit genannt wurde. Im Zentrum stand die Kirche St. Martin. 1512 verband eine erste Steinbrücke die Altstadt mit der Neustadt (Unterneustadt). 1523 wurden Gräben ausgehoben und Festungswerke gebaut.
1526 wurde die Reformation in Hessen eingeführt und die Klöster aufgelöst. Die Altstädter Gemeinde übernahm die
Klosterkirche der Karmeliten St. Marien übernehmen und nannte sie Brüderkirche. Auf den ehemaligen Festungswerken entstanden große Kasernenanlagen wie die Hohetor-Kaserne am heutigen Stern, die Artilleriekaserne am Wesertor, die Schützenkaserne am Schützenplatz und die Kriegsschule am Holländischen Tor. Die Kasernen sind heute verschwunden. Reste der Festung im Bereich der Fulda und Ahna noch zu sehen. Dazu gehören auch die Reste der Hohetor Kaserne an der Schäfergasse und das Zeughaus der Artilleriekaserne.

1685-1710: Französische Glaubensflüchtlinge werden in der Altstadt aufgenommen und die Brüderkirche wird für
Gottesdienst der Französischen Gemeinde genutzt. 1866 wurde die Französischen Gemeinde der Altstadt mit der
Altstädter Gemeinde verschmolzen. Noch heute ist sich die Ev. Kirchengemeinde ihrer französischen Geschichte bewusst.


Die Untere Neustadt

ist Ende des 13. Jh. Altkassel angegliedert worden. Die so genannte zweite Stadt, die sich 1283 zum ersten Mal genannt
findet, war eine Anlage, die in ihrer Mitte der Markt (Holzmarkt) befand , sich die Kirche erhob, die der heiligen Maria
Magdalena geweiht war und dem Ahnaberger Kloster unterstand und ein Rathaus hatte, und ein selbständiges Gemeinwesen bildete.

Die Freiheit

Im Jahre 1330 schritt der hessische Landgraf Heinrich II zu einer planmäßigen, großzügig ausgedachten Erweiterung
Kassels, in dem er der Altstadt in einem weiten Bogen nach Westen und Norden eine dritte Stadt vorlagerte: die Freiheit.
Die Straße, Graben, bildet, im weiten Bogen sich vom Schloß zum Breuel (vor dem Brink) hinziehend, die Stadtgrenze der Altstadt. Vom Zwehrener Tor beim Schloss führte die Landstraße, die gepflastert war und von alters her Steinweg hieß, am Elisabeth-Hospital vorbei auf den Weinberg und weiter und entgegengesetzt die Stadt zum Brink durchquerte mittels der Hennen- und Heiengasse (Hegengasse) der späteren Wildemannsgasse. Es galt die Altstadt mit der Neustadt zu verbinden, in dem man auf dem äußeren Grabenrand eine Hauptstraße konzentrisch zur Grenze der Altstadt anlegte, den Graben. Der Teil vom Graben bis zur Oberen Gasse bildet die Oberbürgschaft. Nördlich vom Martinsplatz dehnte sich die Niederbürgschaft aus. In diese zwei Stadtteile zerfiel die Freiheit. Der Grund war die Herkunft der neuen Stadtbürger aus den verschiedenen in der Nähe liegenden Dörfern, die ihre besonderen Eigenheiten mit in diesen neuen Stadtteil brachten. Die Dörfer, die aufgegeben wurden waren Mühlhausen und Rimundes, später Rimedehausen nördlich von Kassel, ersteres wohl nach den Mühlen an der Ahna benannt, die Rademühle am Einfluss der Mombach in die Ahna und die Scheibenmühle weiter abwärts lag. Rimedehausen in der Nähe von Rothenditmold ist 1331 zu Beginn des Baus der Freiheit nur noch ein Hof und verschwindet ganz. Welches Dorf die Ober- oder Niederbürgschaft hergab oder den Breul ist nicht bekannt, aber es ist anzunehmen, doch deutet der Name der Mühlhäuser-Gasse (Müllergasse) darauf hin, dass sich hier Mühlhäuser niederließen. Die drei Parallelstraßen der Oberbürgschaft verband man jetzt mit den zueinander wieder parallel laufenden Querstraßen, der Drusel,- Enten- und Ziegengasse ,wobei die erste ihren Namen vom Flüsschen Drusel erhalten hat, das hier durchfloss. Ähnlich planvoll ist die Anlage der Niederbürgschaft, wo man den Brink zum Schnittpunkt zusammenlaufender Straßen machte. Ehr geräumig wurde der fast quadratische Marktplatz, der heutige Martinsplatz, in der Mitte zwischen den beiden Bürgschaften gelegt und mit dem Markt der Altstadt durch die weiter fortgeführte Marktgasse in Verbindung gebracht. Das Zwehrener Tor kam am Ende des Steinwegs neben dem
Elisabethhospitals zu stehen. Auf der entgegen gesetzten Seite wurde ein Tor an das ende der Müllergasse gesetzt. Ein Weg, der heutigen Kölnischen Straßen, führte im 16. Jh. zwischen dem Zwehrener Tor und dem Hohetor durch das Neuetor, das an der Garnisonkirche angelegt wurde und wofür die Stadtmauer durchbrochen werden musste. Das letzte Tor, ist das beim Ahnaberger Kloster nach Wolfsanger führende, das anfänglich das Wolfsanger und dann Wesertor genannt wurde.


Vier Jahrhunderte keine Stadterweiterung - Die Oberneustadt

Oberneustädter Rathaus 1910 Altstadt, Untere Neustadt und Freiheit umgeben von einem starken Festungsgürtel, bildeten das Stadtinnere mit seinen engen Gassen und Gässchen, wo es eng und gedrängt zuging. Am Ausgang des 17. Jh. wurde die Obere Neustadt geplant und von Paul du Ry ausgeführt. So entstand die Obere - oder französische Neustadt für die französischen Glaubensflüchtlinge. Der Stadtteil wurde gebildet aus vier Hauptstraßen:
Schöne Aussicht, Frankfurter, Karls- und Königsstraße. Sie wurden rechtwinklig durchschnitten von drei Querstraßen:
Am Friedrichsplatz, Straße an der französischen Kirche und die Fünffensterstraße. Dieses neue barocke Viertel wurde bald weltbekannt, als einzigartige barocke Stadt. Du Ry selbst baute für sich das erste Eckhaus am Friedrichsplatz, Ecke Frankfurter Straße. Die Grundsteinlegung der Kirche erfolgte am 3. August 1698. Der Friedrichsplatz und das Fridericianum wurden nach Niederlegung des Festungsrings 1768 geschaffen und konnte die Obere Neustadt mit der Altstadt verbinden, wo dann auch der Königsplatz gebaut wurde.

PLAN du Ry

Industrialisierung im 19. Jahrhundert und Bevölkerungswachstum

Die Landesherren sahen die neue IIndustrieentwicklung sehr skeptisch und hielten an umständlichen und willkürlichen Konzessionierungsverfahren fest und setzten der eingeführten Gewerbefreiheit erheblichen Widerstand entgegen.Nach der Annektion Kurhessens durch Preußen im Jahre 1866 wandelte sich Kassel in kurzer Zeit zu einem
moderen Industriestandort. Die Anzahl der Gewerbebetriebe stieg von 1875 bis 1907 von 4.128 auf 7.132 Unterenhmen, die der abgängig Beschäftigten von 12.504 auf 48.044 Personen.

Die Einwohnerzahl wuchs von 40.128 im Jahre 1864 auf 153.196 Personen im Jahre 1910. Diese garvierenden Veränderungen veränderten das Aussehen der Stadt und in der Infrastruktur. In derr Nähe der Fabriken entstanden neue Straßenzüge und neue Stadtteile. Neue Verkehrsmittel wie die Straßenbahn erhöhten die innerstädtische Mobilität. In erster Linie nahm der Maschinen- und Fahrzeugbau einen gewaltigen Aufschwung. Die Zahl der Beschäftigten stieg in diesem Bereich von 2.246 (1882) auf 8.877 (1907) Arbeitern. Bedeutende Metallverarbeitende Firmen
waren:
- AG für Federstahlindustrie, die aus einer
Die Industrialisierung begründete den
Aufstieg Kassels zur Großstadt
Firma für Zündholzmaschinen hervorging (Stahl
& Nölke), dann aber mit der Fabrikation von
Schlachthofeinrichtungen, Kränen und Aufzügen
erfolgreich war.
- Maschinenfabrik Kaiser &
Co,Schlachthausdeinrichtungen und nach 1914
Produktion elektrischer Hängebahnen
— Neben der Metall,- spielten auch die
textilverarbeitende Industrie eine wichitge
Rolle:
Sigmund Aschrott, machinelle Fabrikationen
schweren Leinens
- 1867 Föhlich & Wolf mit Zelt- und
Segeltüchern.
- 1884 Heinrich Salzmann, Produktion von
schweren Leinen- und Baumwollstoffen.
- 1881 Gottschalk & Co in der Nordstadt
- 1883 die Jute- Spinnerei und Weberei KG .
- Fabrikation wiss. Instrumente,
Familienunternehmen Breithaupt mit
Weltrum, seit 1762.

Die Firma Henschel & Sohn ist Beispiel dt. Industriegeschichte.

 1810 wurde von Johann Werner Henschel und seinem Vater eine kleineFabrik gegründet, in der 1817 Carl Anton eintrat.Durch seine zahlreichen Erfindungen gelangteds Unternehmen zunehmende Bedeutung.1835 trat mit Georg Alexander Carl (1810-1860) dienächste Generation in das Unternehmen ein undsein Sohn Carl Anton Oskar übernahm(1837-1894) die Firma. Schwerpunkte:Dampfmaschinen, Gießhaus, Dampflokomotiven (zu sechsgrößten). Sophie Henschel führte das Unternehmen bis 1912mit eienr Belegschaft von 7 000 Beschäftigten. Henschel wuchszum größten Kasseler Unternehmen und mit Borsig zurbedeutesten dt. Lokomotivfabrik. Mit Kriegsbeginn wurde dasGeschäft mit der Rüstungsproduktion wieder aufgenommen:


mit Geschossen, Zünder und Munitionswagen, später auch Geschütze. 1931 größte Lokomotivfabrik.In der NS-Zeit wurde Henschel einer der wichtigsten Ausrüster der Wehrmacht.1934 Serienfertigung Marder 1. A6, eines leichten Panzers, Panzerkraftwagens, später folgten die Spähpanzer „Luchs“, der Kampfpanzer „Panther“ und der schwerste Panzer „Tiger 1 und „Tiger II“. 1933 erfolgte von Oskar R. Henschel die Gründung der Henschel
Flugzeugewerke in Berlin, wo Kampfflugzeuge gebaut wurden.Als Tochterunternehmen fungierte die Kassel Henschel Flugmotorenbau GmbH in Baunatal, die mehr als 13 000 Daimler-Benz-Flugmotoren (1937-45) fertigte und gehörte damit zu den vier bedeutesten Lieferanten während des Krieges. Das Unternehm hatte 1933 1.044 Beschäftigte und über 20.000 (1943) und in den drei Kasseler Werken Mittelfeld 11.800. Zerstörung 1943. Ab 1948 wieder Lokomotivenbau, 1956 Schützenpanzer und Militär Lastwagen. 1964 Rheinstahl Henschel AG, anschließend mehrmalige Firmeninhaber, um Mitte der 1990er Jahre endgültig den Namen Henschel zu verlieren als „ABB Daimler Benz Transportation Adtranz“. Durch den Erwerb des Untrernehmens wurde „Bombardier Transportation“ Marktführer auf den Schinenverkehrsmarkt und das Kasseler Werk Kompetenzzentrum des Konzerns.


Firma Credé in Niederwehren


Am 1.10.1897 begann die Produktion der ersten  Güterwaggons, 1907 beschäftigte das Werk 900
Mitarbeiter. Neben Güter- und Postwaggons wurden Personenweaggons hergestellt.
Firma Thielemann, Eggena und Cie. älteste Waggonfabrik in Kassel. 1844 entschloss sich Heinrich Ferdinand Thielemann, Sohn des Gründers Johann auf einem Grundstück vor dem Holländischen Tor, neben den Henschelwerken, eine Waggonfabrik aufzubauen. Herstellung von Eisenbahnwagen aller Gattungen mit 300 Beschäftigten. 1902 wurde das Gelände an die Firma Henschel verkauft, wo jetzt ein Direktionsgebäude, eine Lokomotiv-Montagehalle und die Henschelstraße entstand.entstand. Wegmann & Co und Krauss Maffei Wegmann Am 2.11. 1882 wurde die Firma als „Casseler Waggonfabrik“ gegründet. Das Unternehmen hatte wechselhat zwischen 200 und 450 Beschäftige, sie wuchs aber bis 1907 auf 1000 Beschäftigte. Schwerpunkt neben Eisenbahnwagoggons, Lastwagenanhänger und Omnisbussen. In der NS-Zeit Rüstungsbetrieb mit Panzerwagen, Gelände und Spähwagen, Schützen- und Flammenwerferpanzer. Nach demKrieg Eisenzugwagen mit gehobener Ausstattung und Omnibusse. Anwachsen der Rüstungsproduktion, Kampfpanzertürme Leopart I und II, Flak Panzer Gebhard, der Panzerhaubitze 2000 und weitere Rakentenwerfer machten W. zu einem bedeuteten Rüstungsliferatnen. 1999 Fusion mit Kraus Maffei AG zu Krauss-Maffei Wegmann GmbH & Co KG und damit führende Position ausgebaut. Führendes Unternehmen in Europa für gepanzerte Rad- und Kettenfahrzeuge, Kampfpanzern. Im Kasseler Osten entstand eine Munitionsfabrik mit 15. 000 Beschäftigten.
Weitere große Firmen:
Salzmann
Enka Werk
Wohnungsbauprogramm für die Rüstungsarbeiter 1937 wurden im Zusammenahng mit dem Ausbau der Rüstungsindustrie hervorragende Industriearbeitersiedlungen in Oberzwehrengeschaffen, die Mattenbergsiedlung mit
zweigeschossigen Kleinhäusern in Zeilenbauweise. Vorgesehen waren die Häuser für Henschelarbeiter (heute VW Gelände). Wohngebiet mit 6000 Einwohnern. Wohnungsbau im Norden und Osten -

Eingemeindungen

Gewerbliche Niederlassungen und Wohnungsbau sind fast gleichzeitig entstanden. Auch im Vorortbereich gab es große Veränderungen. Während der Westen mit Wehlheiden, Wahlershausen und Kirchditmold sich zu Wohnbezirken entwickelten, werden die verkehrsgünstiger gelegenen Vorworte Rothenditmold und Kirchditmold Industriestandorte udn damit Vororte mit hohen Arbeiteranteil. Während sich der westen weiter Krankenhäusern. Wichtig auch die Oberpostdirektion, Eisenbahndirektion, die Landesversicherungsanstalt, die Industrie- und Handwerkskammer,
die Land- und Forstwirtschaftskammer, sowie das Polizeipräsidium. Insgesamt eine hervorragende
Infrastruktur, die auch heute noch den Vorderen Westen auszeichnet. Auch der Bau der Stadthalle von 1911- 1914 setzte ein Zeichen.
Nach 1950 blieb die Friedrich-Ebert-Straße eine Entwicklungsachse, als citybezogener ergänzender Standort.
bis zum Habichtswald hinauf zu Wohnarealen entwicklet, ist der Vorort Bettenhausen zu einem weiteren Industriestandort aufgestiegen. Die verwaltungsmäßige Eingliederung Wahlershausen, Kirchditmold,Rothenditmold und Bettenhausen 1906 und Wehlheiden 1899 war eine Folge der schnell wachsenden Urbanisation und sprengte natürlich die finanzielle Kraft der Dorfgemeinden.

Wohnungsbau im Westen und Süden -

Industrie im Norden und Osten

Bis zum erstern Weltkrieg konnte die Bebauung die Kasseler Weststadt erreichen und zuerst wurde an den Ausfallstraßen die Stadtgrenze von Wehlheiden erreicht, das 1899 eingemeindet wurde. Da der Westen von Industrie verschont blieb, wurden die westlichen Stadtteile bevorzugte Wohngebiete einer wachsenen gut situierten
Bürgerschicht. Es entstanden Villengebiete an der Terrasse, der Parkstraße, Gartenstadt Brasselberg und Villenkolonie Wilhelmshöhe. Durchbrochen wurden diese Wohngebiete vom städtischen Elektrizitätswerk am Königstor, der
Brauerei Kropf an der Kölnischern Straße und der an der Adolfstraße gelegenen Hessische Brauerei
(heute Standort des Fachbereichs Ingenieurwissenschaften und Architektur) und der Artilleriekaserne in der Friedrich-Ebert-Straße. Mit dem Ausbau der Wohnstraßen verlief auch in Phasen die Durchdringung dieses Wohnebereichs
mit Institutionen der öffentlichen Daseinvorsorge und kultureelen Einrichtungen: Schulen, Kirchen und
Die Industrialisierung führte zur wirtschaftlichen Blüte, Bevölkerungswachstum und Zusammenschluss mit
den Nachbargemeinden. Die Pläne zeigen die drei ersten eingemeindungen mitder Freiheit, Unterneustadt und
Oberen Neustadt. Nach der Anexion Hessens durch Preußen 1866 wurde die Industrialisierung vorangetrieben
und die Bautätigkeiten enorm gesteigert. Durch die Eingemeindung Wehlheidens 1899 wurde Kassel zur
Großstadt mit 106.034 Einwohnern. Im Süden prägte die Waggonbaufirma Credé in Niederzwehren (heute Gelände Dez)und die Firma Berghöfer, Holz Jordan (beide Bahnhof Niederzwehren) und die Eisenmöbelfabrik Schmidt & Keerl (Ecke Tischbeinstraße seit 1863- 1926) das Bild der Ausfallstraße Frankfurter Straße. Die fortlaufende geschlossene
Wohnbebauung in der Frankfurter Straße mit Nebenstraße erreichte mit dem Bau des Kinderkrankenhauses 1909 und dem Bau der Jägerkaserne 1907/1910 die Ortsgrenze zu Niederzwehren, das erst 1936 eingemeindet
wurde.

Verwaltung und Beamtenstadt -

Provinzialhauptstadt

Kassel war und ist auch heute noch eine Stadt der Beamten. Davon zeugen die zahlreichen Gebäude und
Einrichtungen:
- Rechtsprechungen
- Verwaltung
- Kultur
- Schulwesen und berufsbildende Schulen,
Universität,
- Bundessozialgericht
- Bundespolizeipräsidium Mitte
- die hess. Finanz,-Verwaltungs- und
Sozialgerichtshöfe,
- Regierungspräsidium für Nordhessen
- Amt für Straßen- und Verkehrswesen
- Kreishaus
- Stadtverwaltung
Bedeutende Baumassnahmen:
1856: Hauptbahnhof erstellt
1882 : Regierungspräsidium - Justiz- und
Regierungsgebäude fertig gestellt.
1877 : Neue Galerie fertig gestellt
1895: Krankenhaus auf dem Möncheberg mit 350
Betten errichtet,
ständig erweitert, zerstört, heute Klinikum
Kassel
1907 : Kinderkrankenhaus Park Schönfeld
1909 : Kunstakademie
1909 : Königliches Theater,
Rathaus feierlich eingeweiht.

Stadtentwicklung: Garnisonstadt Kassel



1866 ging die kurhessische Armee in die preußische auf. Zu Beginn des Deutsch-französischen Krieges wurde Kassel zweithöchster militärischer Standort mit dem Sitz des Generalkommandos XI AK und der Stäbe. Kasernenbauten 1581-1763
1581 - 1605: Bau des Zeughauses für die Artillerie
1763 : Landgräfliche Leibwache, Garde du Corps, anschl. Artillerie,
Weitere Gebäude an der Weserstraße:
Herstellung von Salpeter,
Stallungen und die landgräfliche
Gießerei, in denen Kanonen gegossen wurden.

Die Garde-du-Corps Kaserne


Sie stand etwa auf dem Gelände des heutigen Capitol-Lichtspielhauses. Baumeister war Louis
du Ry 1768. Die Kaserne ist im Stil des Rokoko erbaut,. „Die Kaserne der Garde - du - Corps in
ein schönes, 400 Fuß langes Gebäude, das aus einem Corps de logis, zween Flügeln und zween
Pavillons besteht. Nahe dabey steht ein besonderes Reithaus für dieGarde du Corps mit
einem großen freien Platz zur offenen Rennbahn.“ 1910 wurde die Kaserne zum Abbruch geräumt.
Das Hofverwaltungsgebäude am Friedrichsplatz neben dem Fridericianum und von diesem durch
den Steinweg getrennt, war von 1868 ab Sitz der Kriegsschule. Nach 1919 verschiedene
Verwaltungseinrichtungen und nach 1935 zeitweise Sitz des Generalkommandos. Die Geschichte der Kasseler Garnison beginnt mit dem Ende des 30-jährigen Krieges, da die Erfahrungen dieses Krieges ständige militärische
Einrichtungen dringend notwendig erschienen. Seitdem kämpften die hessischen - kasselsche Truppen auf allen Kriegsschauplätzen.
1776 wurden Truppen nach Amerika eingeschifft.
1783 kehrte ein großer Teil der 17.000 Mann
starken Truppen nach Kassel zurück. Mit der Grande Armee Napoleons zogen 1812 25.000
Hessen nach Russland. Nur 400 kamen 1813 zurück. 1815 stellte Kurhessen 12000 Streiter
gegen Frankreich. 1821 wurde durch Kurfürst Wilhelm eine Heeresreform eingeführt und die
Kasernen modernisiert.

1866 wurde Kassel Hauptstadt einer Provinz und eines Regierungsbezirkes und Sitz des Generalkommandos des XI. Armeekorps, die Stäbe der 22. Division, sowie der 43. und 44. Infanterie - und der 22. Kavalleriebrigade.
Kassel erlebte eine Aufwertung durch diese Führungsstäbe. Nach dem Sieg gegen Napoleon wurde Kassel
wieder kurhessische Garnisonstadt. 1921 wurden die Kasernen weiter für 4 000 Soldaten ausgebaut
und um 1850 beginnt eine große Anzahl militärischer Baulichkeiten, Parade- und Exerzierplätze, militärisch bewachter Stadttore und das tägliche Aufziehen der Wache erinnern daran, dass die Stadt nicht nur Residenz- sondern auch
Soldatenstadt ist.
1814- 1866 geht die kurhessische Kasernenbauten:
1812 -1866 Stadtkaserne
1810 : von König Jérôme in Auftrag gegeben,


Viele hundert 167er hatten in Friedenzeiten die Kaserne an der Westendstraße bezogen, die eine interessante Geschichte zu erzählen hat. Es war z.Zt. König Jeromes als die Kaserne erbaut wurde. Die Veranlassung dazu gab die dauernede Belegung Kassels mit der Einquartierung fremder Soldaten, was den Protest der Kasseler Bürgerr
hervor rief. Da qwo die Gebäude der Stadt aufhörten in der Gemarkund Wehlheiden, war ein Bauplatz vorgesehen. Die Kaserne war für 3000 Mann berechnet und sollte einen geräumiogen viereckigen Hof umschließen, in den alle
Ausgänge des Gebäudes mündeten. Zu beiden Seiten des Eiungang die Offiziergebäude mit Wohnungen für 104 Offiziere. Im Erdgeschoss erhalten die Offiziersgebäude Stuben, Küchen und Keller befinden. Auch die Querseitenflügel erhalten noch in den nach vorn gelegenen Teilen Erdgeschosse. Die Kaserne erhält 150 Mannschaftstuben für je 20 Mann, außerdem Wachstuben, Räume für Reinigung der Waffen und Uniformen Wohnungen für den Kasrenenaufseher usw.. Die Küchen für die Mannschaften und Aborte liegen in besonderen Gebäuden außerhalb des hinteren Teiles der Kaserne. Am 23. Mai 1811 begannden die Erdarbeiten. Im Landgrafenschloß brachte in der Nacht vom 23. auf den 24. November ein Feuer aus. Das Schloss wurde zerstört. Als Entschädigung wurden 400 000 Franken aus der Kasse für den Kasernenneubau entnommen und als Geschenk ! an die Gattin des Königs übergeben. Auf höchsten Befehl musste im März 1913 ein Teil fertiggestellt sein und als Lazartett dienen. Im August 1813 forderte ein weiterer Befehl des Königs die Kaserner zur Aufnahme von 1200 Mann herzurichten. Am 11. Oktober wurde die Kaserne fertig gestellt und von einer Abteilung Gardehusaren erstmalig belegt. Am 26. Oktobe rverließ König Jeromes für immer Kassel. Am 28. Oktber erschienen dieersten Russen. Ihnen folgte am 29. Oktober das 8. Korps und am 30. Oktober der Kronprinz von Hessen. Am 21. November uoig auch der Kurfürst Wilhelm I. wieder ein. Einen große Schuldnerlast hatte die Erbauung der Kaserne der Stadt hinterlassen. Bis Ende Oktober 1813 waren 1 139.690 Franken ausgegeben. Der Bau wurde zum Verkauf in den Zeitungen angegeben. Da sich keine Käufer fand, wurde der Bau später Gefängnis, Armenehaus und Spritzenhaus benutzt und wurde u.a. wieder Kasernenunterkunft der „Tausender“ bis zum Jahre 1907. Jetzt erfolgte der Umzug in die neu erbaute Infanteriekaserne der 167er in die Frankfurter Strraße 140. Das Ehrenmal auf dem Hof der Kaserne erinnert heute noch an die Toten des Regiments.



Artilleriekaserne


1829 : Artilleriestraße entstand für Artillerieunterkunft auf dem Gelände, bis Großer Kasernenkomplex im Empirestil,
Baumeister Johann Conrad Bromeis, ein imposanter Dreiflügelbau auf Grund und Boden des alten ( 1832) Klosters Ahnaberg. Und in unmittelbarer Nähe des Zeughauses, heute Max-Eyth- und Oskar- von- Miller- Schule. Aus der
Klosterkaserne, die zuletzt dem 1. Kurhessischen Feldartillerie-Regiment Nr.11 diente, gingen nicht nur alle hessischen Artillerieverbände hervor, sondern auch das Train - Bataillon Nr. 11 (Train -Kaserne an der Weserspitze) und das Pionierbataillon Nr. 11 (Hann.Münden). Heeresbetriebe: Heeresbäckerei. 1866-77 - Artillerie- Wagenhaus oberhalb
Artilleriekaserne errichtet 1831 : Garnisonlazarett bis zum Umzug 1886  (Bau (1883-86) in die Heckerstraße
24, oberhalb der Husarenkaserne, die 1889 fertig gestellt wurde, Frankfurter Straße 84.

 Kasernenbauten in Wilhelminischer Zeit

Die 83 Kaserne
In der heutigen Friedrich-Ebert-Straße bestehen nur noch geringe Teile in dem Polizeidienststellen und Behörden Platz gefunden haben. Sie wurde nach dem Krieg 1870/71 erbaiut udn 1875 bezogen. Viele Jahrgänge des Kasseler Husarenregiments haben hier ihre Dienstzeit abgeleistet. Nach 1918 war sie bis zum Untergang 1943 das Quartier der Polizeizeinheiten. Etwa zur gleichen Zeit war die ebenfalls untergegangene Train Lasrne am Mäncheberg erbaut worden.
1907 entstand die 167er Kaserne an der Frankfurter Straße /Ludwig-Momnd-Straße. Sie ist erhalten geblieben. Der letzte Kasernenbau in Wilhekminischer Zeit war der Bau des Fussartillerieregiments Nr. 18 ind er Dennhäuser Straße 1913. Ab 1937 hiess sie Graf-Haeseler Kaserne und hat den Kreig überstanden



1878 : Train-Bataillon des XI. Preußischen Armeekorps (Nachschub) und Depots.
1883 : Truppenübungsplatz Dönche, Schießstände und Übungsgelände
ab 1952 Übungsplatz für belgische Einheiten, ab auch 1957 Bundeswehreinheiten.
1977 Natur - und Landschaftsschutzgebiet.
1886: Fertigstellung Standortlazarett gebaut in der Heckerstraße 24
1889 : Fertigstellung der Husarenkaserne
1907 : Infanteriekaserne, Frankfurter Straße
1910 : Husarenkaserne – Jägerkaserne –Bosestraße
1914 : Fußartillerieregiment – ab 1936 Graf - Haeseler- Kaserne
1914 : Kriegegefangenenlager Wartekuppe - Langes Feld und zugehörig feste Gebäude und Baracken,
Frankfurter Straße 334.
1916 : Artillerie Wagenhaus
1934 : Sanitätsdepot, Zeughaus, Gasmasken Fabrik,
1937/38: Gendamerie (Polizei) und Sanitätsdepot. Nov. 1952 Belgierkaserne, nach 1970, Bereitschaftspolizei, V. Abt. mit zwei Hundertschaften Polizeieinheiten. Etwa zur gleichen Zeit war die ebenfalls untergegangene Train-Kaserne am
Möncheberg erbaut worden. 1907 entstand die 167er Kaserne in der Frankfurter Straße. Sie ist fast ganz erhalten geblieben. Der letzte Kasernenbau der wilhelmischen Zeit war die für das Fußartillerie-Regiment Nr. 18 bestimmte
Kaserne in Niederzwehren, ab 1937 hieß die Graf Haeseler Kaserne und hat nahezu unbeschädigt den Krieg überstanden.
Husarenkaserne (1889 -1945 in der Frankfurter Straße 84) und Jägerkaserne 1907/1910 Kreuzung Ludwig-Mond-Straße-Bosestraße.

Reichswehr-Kasernenbauten:

1935 : Flakkaserne Hasenhecke Im Rahmen großer Kasernenbau- Maßnahmen erbaut:
1935: Wittich-Kaserne - 1938 übergeben I.R. 15 (mot), 1955 Panzerbataillons 42, Versorgungsbataillon 46, Panzerjägerkompanie 40, 2. Panzergrenadierbataillon 41, Fahrschulgruppe, Sanitätszentrum Kassel.
Lüttich- Kaserne – Artillerieregiment 2, Verbindungskommandantur Luftwaffe, Panzerjägerkp 40 .
Wittich-Kaserne
Hindenburg – Kaserne –
Infanterieregiment 15, 1971 Flugabwehrbataillon 2

Generalkommando: Wehrkreisdienstgebäude 1937-1938 erbaut, Einweihung Mai 1938. Graf-Bernadotte Platz. 600 Zimmer und sieben Sitzungssäle, für militärische kriegsvorbereiteten Planungen der Oberkommandos dienen. Heute
Sitz des Bundessozialgerichts.1938 seiner Bestimmung übergeben und wurde von Kriegseinwirkungen verschont. In seiner Ehrenhalle hatten die Fahnen der kurhessischen Regimenter des früheren XI. und die des XV., XVIII. und XXI Armeekorps, die vorher im Roten Palais am Friedrichsplatz untergebracht waren, Platz.gefunden.


Garnison Kassel - Einsatz der Armee in Europa und Übersee.

Krieg und Wiederbewaffnung

Bundesgrenzschutz 1951

Der BGS marschiert - 1951/1952 Lüttichkaserne und im Generalkommando, ansc hließend in Ihringshausen...


Die belgischen Soldaten 1952 bis 1970 begründeten wieder die Garnison Kassel -




Die Bundeswehr

Wittich-Lüttich-Hindenburgkaserne