HEINZ KÖRNER

DER WEINBERG - offizielles Projekt zur 1100-Jahr-Feier der Stadt   - Teil II


Freitag, 2. August 2013,

Eröffnung  “DER WEINBERG, Teil 2”  Zur Erinnerung an die Zerstörung Kassels  vor 70 Jahren.

Krieg, Zerstörung und Wiederaufbau.

16.00 Uhr , Karl - Branner - Halle

Führung : 50 Ausstellungsplakate  zeigen Krieg - Zerstörung und Wiederaufbau


Montag, 5. August 2013

Kommissionszimmer 1, 16.00 Uhr,  Zerstörung der Garnisonsstadt,  HR Film “Bomben über Kassel”

Kassel als NS-Stadt, Stadt der Reichskriegertage, Rüstungszentrum und Film von Werner Kossin und Karl-Heinz Roth, “Aus den Trümmern erwacht” -  Der Wiederaufbau von Kassels Innenstadt in den Jahren 1949 bis 1955.

Mittwoch, 7. August 2013,  Treffpunkt Brüder Grimm Denkmal

Spaziergang über den Weinberg, Spurensuche. “Was blieb erhalten”

Rundgang durch die Weinbergstraßen.


Sonntag, 11.August 2013

1 100 Jahre Jubiläum der Stadt

Weinberg seit dem 12.Jahrhundert (1276 Winzerdorf Wingarten)

Heinz Körner gestaltet mit der SPD ein Fest auf dem Weinberg:

Ein Tag in und um den Weinberg

Weinberg- Bürgerfest -  Weinbergstraße.

13.00 Uhr: Rundgänge vom Fürstengarten

zum Weinbergbunker weitere Termine: 15.00 und 17.00 Uhr.

Programm. Bitte aus der Tagespresse entnehmen.

mit Heinz Körner. Anmeldung für die Führungen sind erforderlich.

Ende 1900 Uhr.

18. August 2013 - Spaziergang über eine einzigartige Museumsmeile an der Stadtkante, vom Stadtmuseum, Neue  

     Galerie, Schöne Aussicht bis Friedrichsplatz mit herrlichen Aussichten.

Treffpunkt Fürstengarten, 11.00 Uhr.

 

21. August 2013

Vom Trümmerhang zum Kulturdenkmal

Rathaus, Kommissionszimmer 1, 16.00 Uhr.

Der Auehang, Teil des Landschaftsgartens Karlsaue:

Tempel “Zur schönen Aussicht”, Bellevueschloss, Prinz Georgs Garten,

Ehrenmal, Staatstheater und documentahalle.

 

25. August 2013

Der Weinbergbunker

Kriegsende 4. April 1945 am Weinbergbunker,

Treffpunkt: Fürstengarten, Rundgang durch den

Henschelgarten zum Bunkereingang (Heinz Körner)

Führung in der Bunkeranlage: Förderverein Freiwillige Feuerwehr Kassel.

 

28. August 2013

Kommissionszimmer 1, 16.00 Uhr:

100 Jahre Weinberg-Stützmauern

125 Jahre Henschel-Terrassenanlage


Stadtgartenamt, im Anschluss Diskussionsrunde:

Ist die städtebauliche Entwicklung abgeschlossen?

Abschlussbericht – 31.August 2013


Ausstellung: DER WEINBERG II –

Zerstörung und Untergang des alten Kassel und Aufbau einer modernen Stadt


Meine Damen und Herren,

ich begrüße Sie recht herzlich zu diesem Projekt zur 1 100 Jahr Feier der Stadt

als offizielles Jubiläumsprojekt. Ich freue mich das Stadtverordnete anwesend sind. An der Spitze begrüße ich Frau Stadträtin Brigitte Bergholter, die diese Ausstellung eröffnen wird. Recht herzlich willkommen.

Einen besonderen Dank gilt dem Büro 1100, Herrn Weikert, Frau Marx und Kolleginnen und Kollegen und meinem Pate im Rathaus Herrn Zander

für die hervorragende Betreuung und Organisationshilfe.

Recht herzlichen Dank!

Der I. Teil der Ausstellung im Mai beschäftigte sich mit über 1 000 Jahren

Weinberggeschichte vom ersten Weinanbau (erstmalig erwähnt 1276 als Dorf Weingarten an der Ecke der heutigen Frankfurter/Tischbeinstraße gelegen und 1274 bei einer Belagerung zerstört), Teil der Festungsanlagen bis 1764, Bier- und Bürgergärten seit 1778/1827, das Weinberg-Villengebiet seit 1869, der Bau der Oberen Neustadt auf dem Rücken des Weinbergs 1688 zeigt die Stadtentwicklung und Stadterweiterung nach Süden.

Ein geschichtsträchtiges Areal vor der Stadtkante zwischen der Pfannkuchstraße bis zum Rodell und Karl-Branner-Brücke und von der Wilhelmshöher Allee bis zum Philosophenweg, hat viel zu erzählen.

Ein Teil davon wurde in meinem Buch „Der historische Weinberg“ gewürdigt.


Heute beschäftigen wir uns mit der Zerstörung der barocken Stadt, die erst 1890 100.000 Einwohner und durch die Eingemeindung (Vertrag mit Wehlheiden) 1899 um 1900 106.000 EW zählte und zur Großstadt wurde und durch den enormen industriellen Aufschwung stetig wuchs.


Wir vergessen auch nicht die Rüstungsindustrie, den Garnisonsstandort Kassel, der zum drittgrößten Militärstandort heranwuchs und die Reichskriegertage zwischen 1935 und 1939 zu erwähnen.(Projekt „Kassel als Garnisonsstadt“)


Wichtig ist aber auch festzuhalten, dass Kassel Nazi-Hochburg war, denn

über 60 % wählten im März 1933 nicht nur in der Südstadt die NSDAP.

Die Freisler-Brüder trieben schon in den 1920er Jahren ihre Hetzpropaganda und in der Stadtversammlung ihr Unwesen.


Die New York Times schrieb 1945. “Kassel hat den Preis bezahlt.“


Die Zerstörung der Stadt war vollkommen - „Was blieb erhalten?“

Der Wiederaufbau einer anderen, neuen Stadt, dauerte Jahrzehnte und umfasste mehrere Abschnitte:

  • Wiederherstellung der zerstörten Gebäude

  • Wiederaufbau des vernichteten Wohnraums

  • Neubausiedlungen


Trotz der totalen Zerstörung durch Bomben konnten einige Gebäude erhalten werden oder blieben unzerstört, so wie

Terrasse 1, 15, 19 wenn auch verändert wieder aufgebaut.

Humboldtstraße 1a , 4 – 8, Marienstraße 8 – 10, 3 Häuser in der Amalienstraße,

Weinbergstraße 1 und Friedrichsstraße 23 – 25 oder in der Pfannkuchstraße und im Philosophenweg.


Bemerkswert sind die Jugendstilgebäude der Friedrichsstraße aus 1903 und das Hugenottenhaus Nr. 29 usw….


Gehen Sie mit mir auf Spurensuche.


Ebenfalls bemerkenswert ist die Neugestaltung des Auehangs zur BUGA 1955 und 1981, der heute in die Gartenlandschaft Karlsaue eingebettet ist.

Sehenswert und denkmalgeschützt ist der gesamte Weinberg und Auehang:

Rondell

Löwenbrücke und Aufgang zum RP,

Treppe zum Staatstheater, Brücken über der Kleinen Fulda,

Rosengarten

Ehrenmal aus 1955, Wiederaufbau,

Wege neben der Frankfurter Straße zum Tempel und zur Schönen Aussicht.

Und dazwischen viele Spazierwege mit Sichtschneisen für den Betrachter, Bäume, Pflanzen und Waldstücke zwischen Rondell und Frankfurter Straße laden zum verweilen ein. Spazierwege führen entlang der Kleinen Fulda zur Hofbleiche vorbei an der Kleingartenanlage Hofbleiche zur Frankfurter Straße und den Weinberg hinauf.


Gehen Sie mit mir auf Spurensuche, entdecken Sie ein Stück neues Kassel und besuchen Sie zu meine Vorträge.


Kassel, 2. August 2013


Am Montag, den 5. August, wurden die Filme „Bomben über Kassel“ (hr) und von Werner Kossin und Karl-Heinz Roth der Film „Aus den Trümmern erwacht – der Wiederaufbau von Kassels Innenstadt 1949 – 1955“ gezeigt.

Am 7. August folgte ein eindrucksvoller Spaziergang durch die Weinbergstraßen.

Zuvor zeigte ein DIA-Vortrag die Zerstörung des Weinbergviertels und welche Häuser noch im Urzustand von 1938 erhalten sind. Beim anschließenden Rundgang konnten auch Zeitzeugen zu Wort kommen, die ihre Häuser vor und nach dem Krieg vorstellten. Besonders beeindruckend konnte am Beispiel der Marienstraße, Amalienstraße der Altbestand und der Wiederaufbau der Nachbarhäuser im Stile der 1950er Jahre gezeigt werden. Das Haus Humboldtstraße 1a ist bisher unverändert geblieben. Die neuen Eigentümer werden Anfang September ihr Restaurant und Cafe Humboldt 1a eröffnen. Verändert wurde die nordöstliche Brandmauer, wo jetzt ein Fenster sichtbar ist.

Im Krieg wurde der Anbau, das Gartenhaus der Gräfin Hessenstein, das erst 1936 von der Wilhelmshöher Allee hierher versetzt wurde, durch Bomben zerstört. 1890/1903 als Direktorenhaus gebaut.

Beeindruckend auch das unzerstörte im deutschen Renaissancestil um 1906 errichtete Haus Terrasse 1, das Haus Rosenzweig.

Ansonsten wurde einzelne Bauwerke in den Neubau nach 1950 einbezogen. So in der Terrasse, Sophienstraße, Schlangenweg und Pfannkuchstraße, wobei die Nr. 19 sehenswert saniert wurde. Die Weinbergstraße 1 ist ebenfalls erhalten, aber vom Elisabethkloster sind nur die Rest wieder hergestellt worden.

Am 11. August wurden die sanierten Weinbergterrassen und die Eis- und Bombenkeller besichtigt, Teilnehmer über 50 Personen. Die Weinbergterrassen

wurden von der Kommunalen Arbeitsförderung. Jugendprojekte, Arbeitsförderungsmaßnahmen für Langzeitarbeitslose in liebevoller Arbeit, die auch eine gezielte Einweisung erforderlich machte, saniert und werden auch weiterhin benötigt, damit dieser sehenswerte Landschaftsgarten einmal ein Anziehungspunkt wird. Die Grundlagen dafür sind angelegt.

Im Weinbergbunker übernahm vom Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Kassel, Herr Jacobus Peupelmann, die Führung vom neu angelegten Eingang unter dem Wirtschaftsweg über die Sanitätsräume, Krankenstationen, Wehrmachtsstollen, Technik, WC und Waschräume, zu den Räumen der Belüftungstechnik bis zu den Eisstollen aus 1825(1856 saniert). Dazwischen die Schutzräume- und Stollen für die Bevölkerung. Immer wieder wurden die Berichte von Herrn Peupelmann durch überlieferte Zeitzeugenberichte ergänzt,

die mit ihm in den letzten Jahren durch die Anlage gingen.

Die Gruppen bedankten sich mit viel Applaus. Eine Veranstaltung, die Werbung und Mut machte für die Weiterentwicklung des östlichen Weinbergs.

Die Veranstaltung begann um 13.00 Uhr und endete um 18.30 Uhr, wobei drei Gruppen durch die Anlagen geführt werden konnten.

Spaziergang und Vortrag (18.August und 21.August)

Der Spaziergang führte vom Bauplatz der Grimm-Welt zur Schönen Aussicht,

Neue Galerie, Brüder-Grimm-Museum zum Ehrenmal zum Friedrichsplatz. Die Aufmerksamkeit galt auch der Architektur, die auf die Vielfältigkeit des Historismus, Bau des Hugenottenviertels, Wiederaufbau und Kassel als Rüstungs- und Soldatenstadt aufmerksam machte.


Der Vortrag am 21. August stand ganz im Zeichen der dokumenta 1955 und 1981, wobei der Auehang als Teil des Landschaftsgartens Karlsaue gewürdigt wurde. Im Mittelpunkt stand der westliche Hang mit dem Wäldchen zwischen dem Ehrenmal und der Frankfurter Straße, Hofbleiche und Kleine Fulda. Viele schöne idyllische Wege laden zum Spaziergang ein. Das Ehrenmal fordert auch zur Stellungnahme heraus, die Kassel als drittgrößten Garnisonsstandort, Stadt der Reichskriegertage und Rüstungsstadt zeigt.


 Der Rosenhang ist das Schmuckstück des Auehangs, so wie der Landschaftsarchitekt und Beauftragter für die Gestaltung des Auehangs, Hermann Mattern, ihn geplant und durchgeführt hat. Seine Planung wurden vorgestellt, wobei auch die nachfolgende Pflege und Gestaltung sich immer an diese Vorgaben hielt.

Die große Treppe zum Staatstheater und Orangerie, die Brücken über die Kleine Fulda, der Rückert-Rahmenbau mit dokumentahalle, die Voraue mit Draht- und Löwenbrüche zum Regierungspräsidium, gehören ebenso zum Auehang wie das Rondell als Abschluss mit Blick zur Karl-Branner-Brücke und Untere Neustadt.

Am 25. August wurde ein Rundgang über die Weinbergterrassen zum Weinbergbunker angeboten. Hier nahmen um 15.00 und 17.00 Uhr über 60 Bürger teil, die die Gestaltung der Terrassen ebenso bewunderten, wie auch erstaunt darüber waren wie weitläufig sich die Anlage zeigte und die Bunkergänge in den Berg hinein führten. Hier konnte seitens des Personals des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr die Geschichte sowohl des Eiskellers aus 1825 als auch die Bunkererlebnisse zwischen 1941 – 1945 und das Kriegsende am Weinbergbunker anschaulich dargestellt werden.

Die Abschlussveranstaltung am 28. August wurde nach den Wünschen der Teilnehmer gestaltet, wobei die Schüler gern eine Zusammenfassung der Geschichte des Weinbergs wünschten.

Schwerpunktthema 110 Jahre Stützmauern


  • 1903 angelegt. Zuvor einfache Futtermauern als Abschluss des Biergartens von Eissengarthen mit Weg von der Frankfurter Straße zum Biergarten.

  1880er Jahre entsteht die Weinbergbrücke-Bau Henschel

·      gestalterisch gut gelungene und technisch anspruchsvolle Substruktion

·      Steingrau eingefärbter Stampfbeton

·      Mit Pfeilern, Gewölbebögen,

·      Dahinter Spannmauern zur Verringerung des Drucks

·      Felder zwischen den Pfeilern zur Wasserableitung

Mit einfachen Mitteln wurde eine monumentale Wirkung erzielt.

 Die Linienführung ist schlicht und Wirkungsvoll.

Der Abschluss nach oben schließt eine Pergula (seit 1886) ab, die 1987 saniert wurde.

 Vor der Weinbergbrücke endete die Substruktion und der der Berg wieder sichtbar. Früher begann hier die 3. Henschelvilla seit 1926 gekauft.

Weitere Schwerpunkte:

Abschlussveranstaltung: Projekt zur 1100 Jahr Feier "Der historische Weinberg",

von Heinz Körner, Projektleiter am Mittwoch 1600 Uhr im Kommissionszimmer I.

In einem Dia-Vortrag wird auf die Geschichte des Weinbergs mit den Themen:

Weinanbau (1276) und 1764-78), Stadtbefestigungen, Bürgergärten seit 1800, Villen auf dem Weinberg seit 1851, Henschel auf dem Weinberg, 110 Jahre Stützmauern, Kriegsende und Wiederaufbau der Weinbergterrassen und Grimm – Welt aufgezeigt. Im Anschluss Führung durch die Ausstellung in der Karl-Branner-Halle und Diskussion.

"Ist die Gestaltung des östlichen Weinbergs abgeschlossen?"

Am 30. August wird die Ausstellung „Was blieb erhalten?“ in der Karl-Branner-Halle abgebaut.

Ein erfolgreiches und vielseitiges Projekt zur 1 100-Jahrfeier der Stadt Kassel ging zu Ende, Folgeveranstaltungen werden vorbereitet. Der Stadtteil Mitte beendet ihre Festwoche am 29. September mit einem Spaziergang durch die Weinbergterrassen und Bunkeranlagen mit Heinz Körner.



Heinz Körner




Kleine Geschichte des Weinbergs



Die Weinbergschanze in Höhe des heutigen Fürstengartens diente bis zum 1764 als Befestigungsanlage. Nach der Schleifung der Festungswerke ab 1765 wurde der Weinberg rekultiviert und und zwei Terrassen sowie
ein Park angelegt. Reste des Parks sind heute noch vorhanden und hier befindet sich auch die Mahn- und Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus und das Wimmel-Denkmal, das an die Einigung Deutschlands 1871 erinnern soll.


Der militärische Wert des Weinbergs wurde früh erkannt:
"Wann ich Kassel bauen solt in Eile, wolt ich auf meinen Weinberg, da die
Hole hinab geht nach Homberg, einen Erdenberg machen und den Weinberg
zum Furthteil nehmen und danach eine tiefe Schanze bis an den Karthäuser
Berg. Also könnte man von von Bergen in die Stadt nicht schießen noch
Feuer werfen." ( Landgraf Philipp am 23.Juno 1550)
Diese vorgeschobene Schanze entstand nach dem Dreißigjährigen Krieg. Die Oberneustadt benötigte keine eigenen Befestigungsanlagen. Das Weinberger Tor vor der Frankfurter Straße war nur zeitweise mit Kanonen bestückt.
Im Siebenjährigen Krieg war die Schanze Teil der Befestigungsanlagen vor der Oberneustadt. Schon damals erlebten die Kasseler Bürger die Schrecken der Belagerung. Während der Kämpfe um die der Stadt vorgelagerten  
Verschanzungen, hatten Kasseler Bürger zum ersten Mal  hatnah die Schrecken des Krieges erlebt.. Das Gewehrfeuer und der Kanonendonner zerrten an die Nerven. Verschiedentlich schlugen im Stadtgebeit Granaten ein,
damals auch "Bomben " genannt. Eine von Ihnen verletzte den Krämer Dietrich Schweinebraten in seinem Haus tödlich. (Bericht HNA vom 23.Sept. 2002) Von 1764-1774 wurde eine Maulbeerplantage zur Seidenraupenzucht angelegt und jetzt wurde auch die alte Schanze beseitigt. Nach Wegräumung dieser Festungsanlage wurde die Straße fortgeführt, wodurch die Oberneustadt mit der Altstadt verbunden wurde. So wurde die äußerliche Trennung beider Stadtteile beseitigt.


Die Oberneustadt wurde 1688 gebaut. Die Festungsanlage erst ab 1764 beseitigt und so die Obere Neustadt mit der Altstadt verbunden, der Friedrichsplatz wurde angelegt und die Bebauung in Angriff genommen.  Der Plan links von zeigt das Gartengelände um das Weinbergschanzengelände, mitte,

Nutzung als Weinanbaugebiet seit dem 12. Jahrhundert

Die Stadt nutzte den Weinberg  bis  1778 als Weinanbaugebiet. Es soll hier einen recht trinkbaren Wein gegeben      haben. Letzte Versuche fanden unter Landgraf Friedrich II. statt, der den herrschaftlichen Weinberg landwirtschaftlich nutzen wollte und 1765 wieder den Weinberg terrassierte. Dazu wurden mächtige  Sandsteinquadermauern errichtet und der südliche Hang terrassiert. Aber auch die in Frankreich gekauften Weinstöcke erwies sich nicht als qualitätsavoll und fand keinen Absatz. Somit mußte auch dieses letzte Projekt scheitern. Eine Maulbeer-Plantage auf dem Weinberg war das nächste Projekt das der Landgraf unternahm, das die Grundlage für die Kasseler Seidenraupenzucht und die Produktion von Seide dienen sollte. Auf dem Plateau des Weinbergs wurde eine barocke Parkanlage mit Plätzen und Alleen angelegt. Diese Doppelfunktion als Nutz-und Ziergarten fand Anerkennung und verdient auch heute noch Beachtung, wenn man über die weitere Gestaltung des Weinberghanges und des gesammten Areals nachdenkt.


1718 wurde auf der Hofbleiche ein Sommerschloß vom Prinzen Maximilian errichtet (links in der Mitte), nachdem schon vorher der Prinz Georg sein Palais an der Schönen Aussicht (heute AOK-Gebäude) mit Rosengarten errichten durfte. In Höhe der heutigen Gedenkstätte  entstand ein herrlicher Terrassengarten, der Rosenhang ist heute noch ein Begriff.

Die idyllischen Wege und erster Bebauung




Es gab ein verschlungenes Wegesystem zum Weinberg hinauf, so gehörte der Philosophenweg, ehemals "Weg nach Sanssouci", ebenso dazu wie der Schlangenweg oder Eidechsenweg. Pfarrer Jäger baute das erste Haus am Weinberg. Er wurde 1784 geboren und lehrte von 1820 bis 1829 am Friedrichsgymnasium, wurde später Stadtrat und Vicebürgermeister und starb im September 1867. Er war begeisteter Obstbaumliebhaber und gilt als Gründer des pomologischen Gartens in Kassel. Jäger erwarb 1844 für 300 Taler ein dreitausend Quadratmeter großes Grundstück (heute Humboldstraße 39) das damals bis zum Philosophenweg reichte und baute am oberen Rand dieses Grundstücks ein Jahr später ein zweistöckiges Fachwerkhaus. Das Haus ruhte auf einem Backsteingewölbekeller, in den eine Obstdörre eingebaut war.1912 wurde es modern umgebaut. Nach einem letzten Bombenangriff brannte es noch 1945 nieder. Damals gab es zum Grundstück den Zugang  nur über den Fußweg "Eidechse". Der "Eidechse" genannte Fußweg begann neben dem Hochapfelschen Haus (Humboldstraße 25) und führte neben den Stützmauern der Villa Henschel entlang zur Weinbergstraße. Als Jäger hier baute, war die Gegend abgelegen und stand auch unter zweifelhaftem Ruf. Er schreibt 1891/92 in einem Aufsatz über den Weinberg: "An heißen Sommertagen sieht man oft verdächtiges Volk an dem Wege der Eidechse lagern und Karten spielen oder unreife Jungen ihre ersten Rauchversuche machen. Ja die Eidechse gilt heute noch als ein so stiller und heimlicher Ort, daß dann und wann ein zweifelhaftes Frauenzimmer dort ihre Nachtruhe hält und morgens unter einem wilden Rosenstrauch Toilette macht. Noch im Herbst vor zwei Jahren machte hier ein lebensmüder Soldat seinem Dasein ein Ende, indem er sich aus Furcht vor Strafe, an einem Zwetschenbaum, der keine sechs Schritte vom Wege aus im Garten stand, erhängte." Kein Wunder, daß ganz Kassel den Kopf schüttelte, als Pfarrer Jäger in dieser verrufenen Gegend ein Haus baute. Pfarrer Jägers Nachbar am Weinberg, Reinhard Hochapfel warf 1891/92 einen Blick in die Zukunft und schrieb: "Wie der Marburger Schlossberg wird der Weinberg einst vollständig bebaut sein; man wird dann nach Süden hin das Auefeld bebaut sehen, das westlich gelegene Dorf Wehlheiden wird in Kassel einverleibt sein und keiner der dann Lebenden wird daran denken, daß an Stelle der Häusermassen, einst schöne Gärten lagen, in denen glückliche und kummervolle Men schen lebten, Bä ume pflanzten, Blumen zogen und sich an der Blütenpracht und am Gesang der Nachtigallen ergötzten."

Das Anwesen "Sanssouci" wurde 1810 von König Jerome als Jagdschloß erbaut. Es lag unterhalb vom Haus Jäger am Ende des heutigen Philosophenweges, der damals "Weg nach Sanssouci", später "Unter dem Weinberg" und ab 1872 Philosophenweg genannt wurde. Terrassenbauten (Eigentumswohnungen) 1995.

Dekorationsmaler Reinhard Hochapfel baut ein Sommerhaus


Pfarrer Jäger baute 1846 sein Haus an der Eidechse, Hochapel (Foto)1864, Pioniere der Weinbergbebauung.

Das Junge Ehepaar Hochapfel wanderte oft und gern hinauf auf den damals noch fast unbebauten Weinberg mit seiner herrlichen Aussicht. 1864 kaufe Hochapfel dort den Berggarten des kurfürstlichen Kochs Schlier. Zwei Jahre später baute er auf diesem Grundstück ein Sommerhaus im Schweizer Stil mit Gibeln und Balkonen. Alles war romantisch von Wein umsponnen. 1868 wurde das Haus erweitert und auch wintertags bewohnbar. Es wich, nach Schäden im Zweiten Welkrieg, dann Neubauten. Hochapfel war Dekorationsmaler und sein Können verhalf ihm und seiner Firma bald zu spektakulären Aufträgen. Er hielt es für seine Pflicht der Allgemeinheit zu dienen, übernahm bereitwillig Armenpflege und Vormundschaften. Von 1861 bis 1890 wirkte er im Bürgerausschuss (etwa Stadtparlament) und im Stadtrat. Als Stadtrat leitete er das Referat zur Gründung der Kunstgewerbeschule. Hochapfel starb am 7. Juni 1903. Die Zeitschrift "Hessenland" schrieb damals: Als Mensch stand er seiner vortrefflichen Charaktereigenschaften wegen in hohem Ansehen, und als Künstler hat er besonders die malerischen Schönheiten des Alt-Kassel auf der Leinwand wiedergegeben.

Plan für ein Schloß auf dem Weinberg

Baupläne für eine Bebauung auf der Höhe des Weinbergs gab es zu Landgrafenzeiten ebenso wie unter König Jerorme, der hier in Höhe des Fürstengartens ein neues Residenzschloß errichten wollte. Die Zeichnung zeigt eine Dreiflügelanlage mit Blick auf die Oberneustadt, über eine weitläufige Gartenanlage mit verschlungenen Wegen hinweg, wie sie seit dem letzten Viertel des 18. Jahrhundert als sogenannter "englischer Landschaftsgarten-Stil" modern wurden. In Richtung Süden öffnen langgezogene Säulenhallen, die den Mittelflügel des Schlosses nach beiden Seiten in die Landschaft hinaus fortsetzen, den Blick in die ländliche Umgebung Kassels. Auch dieses große Projekt wurde nicht ausgeführt und so konnte die Stadt dieses Grundstück erwerben. Nach dem Sieg über Europa wollten die NS-Planer hier eine Gauburg errichten und ein Wettbewerb-Entwurf nach dem Krieg sah hier ein Staatstheater Neubau vor.


Verwirklichen konnte die Fabrikantenfamilie Henschel ab 1869 ihre Villenbauten und die "Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul" begannen 1887 den Bau eines Schwesternheimes und eines Klosters (Foto). Heute ist das Elisabeth-Krankenhaus ein zentrales Krankenhaus auf dem Weinberg.Fläche Haus Henschel 2009, Hinweise fehlen.


Die Obere Neustadt in den 1920er Jahren. Im Vordergrund die Prachtstraße/Wohnstraße Schöne Aussicht. Im 17.Jh wurde das Gebiet vor dem Landgrafenschloss als Weinberg bezeichnet.

Das Frankfurter Tor wurde 1703 als Weinberger Tor vor die Oberneustadt gesetzt. Hier noch als echtes Tor mit Wachposten und Wachgebäude zu erkennen. Ort: Eingang zur heutigen Friedrichsstraße. Abriss erfolgte 1877 vor dem Bau der Neuen Galerie 1877 und dem Hölkschem Haus 1879. Weinberg 1970.

Wiederaufbau des Weinbergparks mit dem neuen Grimm Museum (Grimm Welt) beendet auch für den Weinberg den Wiederaufbau nach 70 Jahren

Spatenstich zum Bau der Grimm Welt.

Der Architekt freut sich, dass es bald losgeht. Am 2. September 2013 wird die Baugrube ausgeboben und dann warten wir gespant auf den weiteren Baufortschritt